Bilanzzahlen liegen vor

Volksbank Kassel Göttingen: Kreditgeschäft auf Zehnjahreshoch

Wolfgang Osse
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Wolfgang Osse ist Vorstandsvorsitzender der Volksbank Kassel Göttingen.

Trotz erschwerter Corona-Bedingungen hat die Volksbank Kassel Göttingen ihre Aktivitäten im Kreditgeschäft wie auch bei den Geldanlagen im vergangenen Geschäftsjahr weiter gesteigert.

Göttingen/Kassel – Das Institut konnte damit seinen Jahresüberschuss von 3,5 Millionen Euro stabil halten. „Wir haben erneut grundsolide gewirtschaftet“, sagte Vorstandschef Wolfgang Osse bei der virtuellen Präsentation der Bilanzzahlen. Mit einer Bilanzsumme von 3,17 Milliarden Euro (plus 11,2 Prozent) verkündete er einen Rekord.

Im Kreditgeschäft vermeldete die Genossenschaftsbank mit einem Wachstum von 86 Millionen Euro (plus 5,1 Prozent) ein Zehnjahreshoch. Insgesamt wurden laut Osse Kundenkredite im Gesamtvolumen von 507 Millionen Euro neu vergeben oder verlängert. Die Summe teile sich in etwa zur Hälfte auf den privaten Wohnungsbau sowie das Firmenkundengeschäft auf.

Einen Corona-Sondereffekt habe die Bank dabei kaum verspürt. 95 Prozent der Kredite hätten nichts mit der Pandemie zu tun, sondern finanzierten zukunftsgerichtete Investitionen, betonte Osse. „Die Menschen schauen nach vorn“, erläuterte er.

So entwickelten sich die privaten Baufinanzierungen unvermindert stark mit mehr als 2000 Kunden, die 2020 ihre Immobilienwünsche mit der Volksbank finanziert haben.

Das Anlagegeschäft des Instituts wuchs um 246 Millionen Euro. Ein Großteil stammt laut Osse aus dem Wertpapiergeschäft. Das gesamte Kundenanlagevolumen der Bank überschreite mit 4,1 Milliarden Euro erstmals die 4-Milliarden-Euro-Grenze, so der Vorstandsvorsitzende.

Mit einem Betriebsergebnis von 20,4 Millionen Euro erreiche die Volksbank zwar kein Rekordergebnis. „Angesichts der Ausgangslage sind wir aber sehr zufrieden“, bilanzierte er.

Dennoch kündigte Osse die Einführung von Verwahrentgelten zum 1. Mai an – für Girokonten ab 10.000 Euro Guthaben, für Geldanlagekonten ab 100.000 Euro. „Wir kommen nicht länger umhin, unsere Belastung durch den Strafzins der Europäischen Zentralbank an die Kunden weiterzugeben“, begründete er die Entscheidung.

Ihr Engagement in der Kultur, Sport- und Vereinsförderung setzte die Volksbank auch 2020 fort. Mit 500.000 Euro unterstützte sie soziale und kulturelle Projekte in ihrem Geschäftsgebiet. Davon flossen allein 167 500 Euro in Projekte vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie. Weitere 50 000 Euro lobt das Institut im Rahmen der aktuellen Kampagne „Gemeinsam schaffen wir das“ aus.

Investieren will die Volksbank laut Osse unter anderem in den Neubau der Filiale in Hofgeismar. Über fünf Millionen Euro soll das Vorhaben kosten. Geld soll auch in den Ausbau digitaler Leistungen fließen, deren Nachfrage durch Corona nochmals einen kräftigen Schub erhalten habe. „Die Video-Beratung etwa hat massiv zugenommen“, erläutert Osse. Die Kehrseite: Vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung wird das Filialnetz Osse zufolge tendenziell ausgedünnt. Konkrete Pläne gebe es aber nicht.

Trotz der aktuellen Situation blickt die Volksbank zuversichtlich in die Zukunft. Es werde sicher einzelne Insolvenzen geben, von einer Welle gehe er aber nicht aus, sagte Osse „Wir sehen unseren Mittelstand ausgesprochen gut aufgestellt.“ (Von Nicole Schippers)

Die Volksbank Kassel Göttingen in Zahlen (Stand: 28.2.2021)

Beträge in Euro20192020
Bilanzsumme2,85 Mrd.3,17 Mrd.
Kundeneinlagen2,41 Mrd.2,58 Mrd.
Kreditsumme1,68 Mrd.1,77 Mrd.
Zinsspanne1,82 Prozent1,59 Prozent
Verwaltungsaufwand51,68 Mio.50,83 Mio.
Bilanzgewinn3,53 Mio.3,53 Mio.
Mitglieder55.53154.220
Filialen2625
SB-Filialen1920
Mitarbeiter548520
Eigenkapital278,06 Mio.294,52 Mio.

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