Volkshochschule hilft Frauen zurück ins Arbeitsleben

„Perspektive Wiedereinstieg Göttingen“: Angelika Böttcher, Klaus-Dieter Gläser (Agentur für Arbeit), Dr. Dagmar Schlapeit-Beck, Thomas Eberwien, (VHS), Ministerin Cornelia Rundt, Ina Laganke (Koordinierungsstelle „Frauenförderung in der privaten Wirtschaft“), Göttingens Landrat Bernhard Reuter (v.l.). Foto: Lawrenz

Göttingen. Der berufliche Wiedereinstieg nach der Familienphase ist gerade für Frauen oft nicht leicht. Das Projekt „Perspektive Wiedereinstieg Göttingen“ an der VHS Göttingen-Osterode unterstützt Frauen nach der Kinderpause bei ihrer Rückkehr ins Arbeitsleben.

Mit einer Auftaktveranstaltung im Neuen Rathaus hat die VHS den Projektstart eingeläutet. „Schon knapp 100 Frauen sind in der Beratung“, sagte Angelika Böttcher von der VHS. Im Rahmen des Bundesprogramms „Perspektive Wiedereinstieg – Potenziale erschließen“ wird das Modellprojekt durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und den Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert.

Göttingen – mit dem Landkreis als Partner – sei einer von 23 Modellstandorten, wies Christine Morgenstern als Leiterin der Abteilung Gleichstellung im Familienministerium der Leinestadt einen besonderen Platz zu. Die Wiedereingliederung fuße auf zwei Säulen, beschrieb Böttcher die Strategie des Projekts: Beratung und Qualifizierungsangebote. Bei den Unternehmen sei es wichtig, familienfreundliche Personalpolitik zu fördern. Außerdem seien haushaltsnahe Dienstleistungen hilfreich.

In der gut besuchten Auftaktveranstaltung im Neuen Rathaus, die Multiplikatoren ansprach, stellten sich auch familienfreundliche Unternehmen und entsprechende Dienstleister vor.

Mit mehr Frauen auf dem Arbeitsmarkt könne man den Fachkräftemangel begrenzen, sagte die niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Cornelia Rundt. Da Minijobs in die Altersarmut führten, plädierte sie für versicherungspflichtige Arbeit und bezifferte den Rückgang der Arbeitskräfte in Zusammenhang mit dem demographischen Wandel: „Bis 2030 verlieren wir 2,9 Prozent erwerbstätige Menschen.“ Doch nicht nur Kinderbetreuung sei wichtig. Die Ministerin träumt davon, dass Unternehmen ihren Mitarbeitern außerdem betriebsinterne Tagespflege bieten.

Teilzeit-Arbeit als Karriere-Falle nahm Göttingens Dezernentin für Soziales und Kultur, Dr. Dagmar Schlapeit-Beck, in die Mangel. Frauen, die nach der Familienphase den beruflichen Wiedereinstieg probierten, wiesen oft sehr gute Qualifikationen vor. In Göttingen sei die Ausgangslage für ihren Wiedereinstieg nicht schlecht. Bei 70 Prozent liege die Versorgungsquote mit Krippenplätzen für den ein- bis zweijährigen Nachwuchs.

Frauen, die auf Wiedereinstiegskurs gehen wollen, können sich im Internet unter der Adresse www.vhs-wiedereinstieg.de über das Modellprojekt informieren.

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