Volkswagen fördert China-Professur an der Uni Göttingen

Der Campus der Universität Nanjing: Seit gut 30 Jahren arbeitet die Universität Göttingen mit Spitzen-Hochschulen in China zusammen. Foto: Uni Göttingen/nh

Göttingen. Die Volkswagen AG fördert ab 2015 eine Stiftungsprofessur „Modernes China mit Schwerpunkt auf globalhistorischen Perspektiven“ an der Universität Göttingen. Das Fördervolumen beträgt jährlich 300 000 Euro für maximal acht Jahre.

Ziel der Stiftungsprofessur ist die weitere Vertiefung von China-Kompetenz in Forschung und Lehre. Die Professur wird am Ostasiatischen Seminar der Universität Göttingen angesiedelt und im Anschluss an die Förderung von der Universität übernommen, heißt es in einer Mitteilung.

Mehr Bedeutung

„China befindet sich seit Jahren in einem enormen Entwicklungsprozess und gewinnt international immer mehr an Bedeutung“, sagte Dr. Jochem Heizmann, Mitglied des Vorstands der Volkswagen Aktiengesellschaft für den Geschäftsbereich China sowie Präsident und Chef der Volkswagen Group China. „Für eine erfolgreiche Zusammenarbeit hier und vor Ort brauchen die Top-Talente von morgen praktisch anwendbares aktuelles Wissen über dieses Land.“

Prof. Dr. Hiltraud Casper-Hehne, Vizepräsidentin für Internationales der Universität Göttingen, freut sich über die Förderung: „Die Stiftungsprofessur der Volkswagen AG gibt uns die Gelegenheit, unseren besonderen Forschungsschwerpunkt zum modernen China weiter auszubauen und unseren Studierenden exzellente Chinakompetenz zu vermitteln.“ Damit werde die Universität Göttingen zu einem der großen Kompetenzzentren im Bereich der Modernen Chinaforschung in Deutschland.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil erklärte: „Das Engagement von Volkswagen ist eine gute Nachricht, weil der Ausbau der Kapazitäten in den Chinawissenschaften das Land Niedersachsen als führenden Forschungsstandort stärkt.“

China hat sich nicht nur politisch und wirtschaftlich, sondern auch im Bereich der Wissenschaft in den vergangenen Jahren rasant entwickelt und deutlich an internationaler Bedeutung gewonnen: „Grundlegende Voraussetzung für die künftige Zusammenarbeit Deutschlands mit China in allen Bereichen von Wissenschaft, Wirtschaft, Berufsbildung und Kultur ist ein besseres Verständnis und eine breitere Chinakompetenz“, machte Vize-Präsidentin Prof. Casper-Hehne deutlich. (bsc)

Thema China: Nachholbedarf in Forschung und Lehre in Deutschland

Der Nachholbedarf in Forschung und Lehre im Bezug auf China ist in Deutschland groß. Deshalb steuert die Uni Göttingen gegen.

Während derzeit in Bundesrepublik etwa tausend Professuren für die Forschung und Lehre zum anglo-amerikanischen Raum existieren, sind es in den Chinawissenschaften dagegen weniger als 50 Professuren. Die Universität Göttingen verfolgt die Strategie, die Chinakompetenz innerhalb der einzelnen Fächer auszubauen.

Das Ostasiatische Seminar der Hochschule verfügt derzeit über drei, demnächst über vier Professuren. Beim „Centre for Modern East Asian Studies“ (CeMEAS) der Universität sind zehn Professorinnen und Professoren tätig. Insgesamt bietet die Georgia Augusta neun chinabezogene Studiengänge an.

In diesem Jahr hat die Universität Göttingen gemeinsam mit zwei chinesischen Partnern das weltweit erste Akademische Konfuzius-Institut in Deutschland eröffnet. Im Rahmen ihrer Internationalisierungsstrategie sind Forschung und Lehre zu China und die Kooperation mit China ein zentraler Fokus. (bsc)

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