Junges Theater feierte Online-Premiere

Theater in Göttingen wird vom Caféhaus zum Aufnahmestudio

Musiker auf dem Bildschirm: Generalprobe im Jungen Theater für das Online-Musik-Stück „Land in Sicht“ . Zu sehen sind Musiker Fred Kerkmann und ein Producer.
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Musiker auf dem Bildschirm: Im Jungen Theater Göttingen schauten wir bei der Generalprobe für das Online-Musik-Stück „Land in Sicht“ über die Schulter der Produzenten.

Das Junge Theater feierte am Freitagabend Premiere mit der Musikshow „Land in Sicht“. Das Stück wurde live gestreamt. Wir waren bei der Probe dabei.

Göttingen - Das Besondere in der Zeit mit Pandemie: Die Zuschauer verfolgen die die Musik-Show des Jungen Theaters live zu Hause an ihren Bildschirmen. Wie aber sieht es im Theater ohne Zuschauer aus?

In ein Caféhaus hatte das Junge Theater seinen Zuschauerraum verwandelt, als Vorstellungen im Theater trotz Corona noch möglich waren. Nun ist der Raum zum Aufnahmestudio geworden. Auf einem kniehohen Podest stehen Monitore – ein großer Bildschirm zeigt zur Bühne hin. Auf dem sollen die Schauspieler bei der Premiere die Menschen, die ihnen zuschauen, sehen.

An zwei Tischen sitzen Mitarbeiter an Laptops. Wie an beiden Saalseiten steht auf dem Podest ein Stativ mit Kamera. So wird alles, was auf der Bühne passiert im Bild festgehalten für die Präsentation.

Kurz nach der vorgesehenen Startzeit kann die Show tatsächlich beginnen. Die Schauspieler aus dem Ensemble singen Songs aus den bereits gelaufenen Musikshows, aber auch einige neue Nummern. Und wie bei einer Generalprobe so oft, gibt es auch diesmal eine kleine Panne. Ein Akteur hat den Mikrofonständer nach dem Auftritt auf der Bühne stehen gelassen und räumt ihn erst etwas verspätet weg.

Solche Fehler kann auch Torsten Thranow (Consound) nicht verhindern. Er ist zuständig für das neue digitale Format und hat damit die Kontrolle über (fast) alles. Bei der Life-Show aus dem Jungen Theater kümmert er sich um die Übertragungstechnik. Mit dem technischen Leiter des Theaters, Heiner Wortberg, überlegt er, ob der Einsatz einer Handkamera sinnvoll wäre. Doch weil man diese zusätzliche Aufgabe nicht bei jeder Vorstellung erfüllen könnte, verwerfen sie den Gedanken wieder.

An der Kamera auf dem Podest steht Helge Fricke. Der Auszubildende für Veranstaltungstechnik ist kurz vor seiner Abschlussprüfung und hat für die Video-Produktion die Kameraführung übernommen. Für den Live-Mitschnitt sitzt May Maybe vor dem Laptop.

Bei einem solchen Projekt hat laut Thorsten Thranow in der Regel ein Bildregisseur das Sagen und entscheidet, was der Zuschauer sieht. Im JT ist dieser Platz leer, alles sei bei den Proben entstanden. Alle Beteiligten arbeiteten intensiv zusammen, so habe jeder Regiefunktion.

Dass Theater auch online angenommen wird, hat das Junge Theater bereits mit dem „Wiener Liederabend“ bewiesen. Für die Video-Konferenzen hätten sich manche Zuschauer sogar zu Hause schick gemacht, erzählt Nils Schmidt.

Aussicht auf mehr gibt Geschäftsführer Tobias Sosinka. Denn in dem Liederabend online tauchen nicht nur Songs aus den bisherigen Musikshows „Tausendmal berührt“, „Satisfaction“, „Personal Jesus“ und „Wild Thing“ auf. Präsentiert werden auch Stücke aus der künftigen Musik-Show „Dirty Old Town“. Sosinka hofft, dass man diese bald in der Lokhalle aufführen kann.

„Land in Sicht“ wird am 16./23./30. April jeweils ab 20 Uhr gestreamt. Den kostenlosen Link (Spenden sind aber willkommen) finden Interessierte auf der JT-Homepage www.junges-theater.de. Ute Lawrenz

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