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Experiment des Göttinger Boat People Projekt: Von Weltraumschrott und der Liebe

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Von: Ute Lawrenz

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Futuristisches Bühnenbild aus einem Theaterstück des Göttinger Boat People Projekt
Theatrales Experiment mit AR-Brillen und mit Übertiteln auf Arabisch, Deutsch, Englisch oder Türkisch „Enter:Future“. © Reimar de la Chevallerie/bpp

„Enter:Future“ heißt die neue Produktion des Göttinger Boat People Projekts. Mit Spezialbrillen, die es möglich machen, Bilder aus der Realität mit virtueller Technik zu kombinieren.

Göttingen – Damit bekommen die Zuschauer ihre Eintrittskarte in ein Experiment, in eine neue - vielleicht unsere zukünftige? – Welt. Im Werkraum ist der Weg dorthin noch lang. Zwar räumt das Team von vornherein eine Stunde für die Anpassung der AR-Brillen (AR = augmented reality = erweiterte Realität) ein, die zu den virtuellen Bildern die gesprochenen Texte ganz nach Wunsch auf Arabisch, Deutsch, Englisch oder Türkisch bieten.

Doch nicht bei jeder Vorstellung reicht die Zeit aus. Wir haben es gleich“, sagt Regisseur Reimar de la Chevallerie, der auch die integrierten Videos drehte, an diesem Abend nicht nur einmal. Die Aufführung muss mit Verspätung starten.

Zunächst sehen die Zuschauer nur einen sprechenden Mund, nur durch die Brille sind die Lippen sichtbar. Sie hängen förmlich in der Luft, bewegen sich auf einem durchscheinenden Ball und erzählen vom Museum der Erinnerungen. Wassem Alsharqi setzt sich mit der Frage auseinander, was Museen für die Menschen eigentlich bedeuten.

Der Autor lässt in einer Rückschau aus der Zukunft drei heutige Museumsfans zur Sprache kommen. Wie im Museum erscheinen sie in Vitrinen und schwelgen in ihren Erinnerungen.

„When I look back!“ heißt Ceren Ercans Drama: In einem Unternehmen der Zukunft müssen Menschenartige den Weltraum von - virtuell - umherfliegenden Schrotteilen säubern. Frustriert streiten sie darüber, ob so viel wert sind wie ein Mensch. Kein Wunder, dass angesichts solch schwerer Gedanken die Arbeit nicht eben leicht von der Hand geht.

Entschieden behaupten sich die drei Akteure Kristina Brons, Selin Kavak und Omar Shaker inmitten einer veränderten Welt. Viel Spaß macht das letzte Mini-Drama „Schritte ins Leben“ von Christopher Weiß.

Passend zu der Zwangsisolation, die die Menschen wegen Corona erlebten, spielt Kristina Brons eine vereinsamte Frau, die sich in Ermangelung von Alternativen in ihren Saugroboter verliebt. Nur der Fernseher wird hier virtuell dargestellt.

Nach etwas mehr als einer Stunde Zusammenspiel von Schauspiel und Technik applaudierte das Publikum begeistert. Weitere Vorstellungen am 10.03.,11.03., 25.03. im Internet unter boatpeopleprojekt.de jeweils um 19.30 Uhr im WERKRAUM in der Stresemannstr. 24c. Bereits ab 18.30 Uhr beginnt die persönliche Anpassung der AR-Brille sowie die Einführung in deren Nutzung. (zul)

Weitere Vorstellungstermine: 26../27. März; 19./ 20./21. April. Tickets unter: (Ute Lawrenz)

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