Einführung der Schnellzüge

Vor 30 Jahren startete der ICE-Verkehr in Göttingen: Fahrzeiten im Fernverkehr wurden kürzer

Schwarz-weiß-Foto einer Baustelle am Göttinger Bahnhof in den 1990er-Jahren; In einer Baugrube steht ein Bagger und drei Bauarbeiter arbeiten
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Ende der 1990er-Jahre wurde an den beiden östlichen Bahnsteigen am Göttinger Bahnhof gebaut. Gleichzeitig wurde der Fußgängertunnel erweitert. Dadurch entstanden attraktive Gewerbeflächen.

Mit dem ICE Verkehr haben sich die Fahrzeiten im Bahnverkehr deutlich reduziert. Vor 30 Jahren ging es damit auch in Göttingen los.

Göttingen – Vor genau 30 Jahren begann der ICE-Verkehr in Göttingen. Die Einführung der Schnellzüge samt kompletter Freigabe der Neubaustrecke sorgte für deutliche Fahrzeitverkürzungen.

Damit die InterCity-Express-Züge zum Frühjahrs-Fahrplanwechsel 1991 an den beiden Bahnsteigen im Westen des Göttinger Bahnhofs halten konnten, waren zuvor umfangreiche Erweiterungs- und Umbauarbeiten notwendig, die bereits im Jahr 1984 begannen. Der sogenannte „Bahnsteig D“ (Gleis 10/11) kam 1987 dazu.

Der „Bahnsteig C“ (Gleis 8/9) wurde zudem abgerissen und nach dem Vorbild von Bahnsteig D 1988/89 wieder aufgebaut. Gleichzeitig entstand der Westeingang. Außerdem können seither Züge mit bis zu 120 km/h diesen Teil des Bahnhofs durchfahren.

ICE-Verkehr in Göttingen: Neubaustrecke erweitert

Gleichzeitig wurden im Stadtgebiet die Gleisanlagen für die Neubaustrecke erweitert. Das sorgte natürlich ebenfalls für Belastungen.

Im Jahr 1984 starteten im Bereich Rinschenrott in Göttingen die Bauarbeiten für die Erweiterung der Gleisanlagen in der Uni-Stadt.

Von dem Start des ICE-Verkehrs Ende Mai 1991 und der Inbetriebnahme der kompletten Schnellfahrstrecke zwischen Hannover und Würzburg profitierten viele Reisende aus Südniedersachsen, denn die Fahrzeit nach Kassel reduzierte sich von etwa einer Stunde auf unter 20 Minuten.

In die Landeshauptstadt Hannover braucht man seither nur 35 Minuten – zuvor war es etwa eine Stunde. Auch die Fahrzeiten nach Hamburg, Berlin, Frankfurt und München reduzierten sich beträchtlich.

ICE-Verkehr in Göttingen: Empfangshalle saniert, Tunnel zu Gleisen erweitert

Doch damit nicht genug: Die Göttinger Station wurde ein knappes Jahrzehnt nach Start des ICE-Verkehrs noch einmal erheblich aufgewertet. So wurde die Empfangshalle saniert. Auch der Tunnel zu den Gleisen wurde erweitert. Dadurch entstanden neue, attraktive Einzelhandels- und Gastronomieflächen.

Viele Spontan-Kunden, die nicht mit der Bahn fahren, gehören inzwischen zu den ständigen Nutzern des Angebots. Zudem wurden mehrere neue Aufzüge eingebaut, um den Reisenden den Zugang zu den Bahnsteigen zu erleichtern.

ICE-Verkehr in Göttingen: „Bahnhof des Jahres“ 2013

Dass sich der Aufwand für den Bahnhof Göttingen gelohnt hat, beweist auch eine Auszeichnung aus dem Jahr 2013. Damals erhielt die Station den Titel „Bahnhof des Jahres“, den die „Allianz Pro Schiene“ vergibt. Die Juroren überzeugte in Göttingen der besondere Service für Fahrradfahrer.

Ein ICE bei der Einfahrt am Gleis 9 des Bahnhofs Göttingen. An diesem Bahnsteig starten die Schnellzüge Richtung Hannover, Hamburg und Berlin.

Ein Fahrradparkhaus mit Fahrradwaschanlage und angeschlossener Werkstatt: „Das bietet in Deutschland nur der Bahnhof Göttingen“, schwärmte die sechsköpfige Jury. Wie kein anderer Bahnhof Deutschlands habe sich die niedersächsische Studentenmetropole auf Fahrradfahrer, Fußgänger und Flaneure eingestellt, hieß es damals in der Begründung der Allianz.

ICE-Verkehr in Göttingen: Wer früher bucht, kann mehr sparen

Das Verbraucherforum mydealz hat die aktuellen Sparangebote in einer Stichprobe untersucht. Ergebnis: Für Reisen in der zweiten Juni-Woche stehen vergleichsweise viele Spar- und Super-Spar-Tickets zur Verfügung. Unter dem Strich sparen die Fahrgäste nach der Erhebung des Portals im Vergleich zum Vorjahr.

Bei diesen Fahrscheinen muss man sich auf Züge festlegen (Zugbindung). Deutlich teurer wird es schon vier Wochen später, so das Ergebnis. Ein Tipp: In aller Regel sind Bahnfahrten umso günstiger je weiter sie in der Zukunft liegen und je eher man sie bucht. (Bernd Schlegel)

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