Vorlesung in der Kinder-Uni: Krabbler folgen dem Lichtstrahl

Spannendes Experiment im Physik-Hörsaal: Der kleine Roboter auf der Erde folgte dem Lichtstrahl der Lampe. Foto: Schröter

Göttingen. Um das Thema Roboter ging es bei der letzten Vorlesung der Göttinger Kinder-Uni vor der Weihnachtspause.

Ein Raunen geht durch den Lichtenberg-Hörsaal der Fakultät für Physik, als der große Metall-Käfer plötzlich zum Leben erwacht. Wie von Geisterhand bewegt folgt das Rieseninsekt dem Lichtstrahl, mit dem Dr. Florentin Wörgötter es hinter sich her lockt. Als der Physiker fragt, ob ihn jemand ablösen möchte, lässt sich das Plenum dann aber nicht lange bitten. Schließlich sind sie ja alle gekommen, um etwas über Roboter zu lernen.

„Lebendige Roboter – gibt es die?“ lautete der Titel der letzten Kinder-Uni-Veranstaltung des Jahres, an der auch diesmal wieder rund 300 acht- bis zwölfjährige Mädchen und Jungen teilnahmen. Im Mittelpunkt der 45-minütigen Vorlesung standen dabei die Fragen, was Leben eigentlich genau ist und wie ein technisches Gerät aus Drähten, Schaltungen und Metall irgendwann tatsächlich lebendig werden könnte?

Vorlesung in der Kinder-Uni

Eine abschließende Antwort auf letztere Frage gab es zwar nicht. Als eine junge Teilnehmerin am Ende aber bemerkte, dass Roboter nie lebendig werden könnten, weil sie ja nur Computer seien und von Menschen gesteuert würden, hielt Dozent Wörgötter dagegen. „Das stimmt für den Moment, aber die Wissenschaft kommt langsam dahin, dass Roboter sich selbst steuern.“

Besondere Veranstaltung

„Dies ist die letzte Vorlesung in unserem Jubiläumsjahr“, sprach Kinder-Uni-Initiator Peter Brammer zu Beginn von „einer besonderen Veranstaltung“. Knapp elf Jahre ist es jetzt her, dass er zusammen mit Studenten des Pädagogischen Seminars das Konzept entwickelt und die Kinder-Uni aus der Taufe gehoben hat. Das Angebot ist eine echte Erfolgsgeschichte. „Bis heute haben 55 000 Kinder Vorlesungen, Seminare und Workshops besucht“, sagte er. Sechs Vorlesungen finden pro Semester statt, dazu genauso viele Seminare und einige Workshops.

„Unsere Intention war und ist es, mit der Kinder-Uni Schwellenängste vor ganz neuen Themen zu senken oder ganz zu nehmen und das breite Spektrum der Universität abzubilden“, sagt Brammer. Um dem Motto der Kinder-Uni „Neugier auf Neues“ gerecht zu werden, sei es wichtig, die richtigen Dozenten für die Vorlesungen zu finden. „Wer vor 300 Kindern steht, der muss interessant und kindgerecht berichten können und in der Lage sein, mit seinem jungen Publikum zu kommunizieren und es in den Vortrag einzubeziehen“, so Brammer. Eigenschaften, die Roboter- Experte Florentin Wörgötter am Mittwoch eindeutig mitbrachte. Weitere Informationen zur Kinder-Uni und zu deren Programm gibt es im Internet. (per)

Weitere Informationen gibt es hier.

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