Akute Hilfe

Vorstoß: Flüchtlinge von Lesbos sollen nach Niedersachsen

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Migranten stehen um eine Wasserstelle und befüllen Flaschen im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos.

Der Göttinger Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler (CDU) unterstützt Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) bei dem Vorhaben, einen Teil der unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge von der Insel Lesbos aufzunehmen.

Zuvor hatten sich Bewohner von Friedland im Landkreis Göttingen und Theaterschaffende bereits dafür eingesetzt, Flüchtlinge aus dem Lager Moria auf der griechischen Insel aufzunehmen. „Um akute Hilfe in dieser eskalierenden Lage in Moria zu bewirken, brauchen wir Sie als unseren politischen Vertreter, der individuelle Lösungen schaffen kann“, heißt es in einem Offenen Brief.

Auch Güntzler kennt die Zustände auf Lesbos. Wir müssen uns für die Verbesserung der Lebensumstände der betroffenen Flüchtlinge dort vor Ort einsetzen. Ein richtiger Schritt ist daher, einen Teil der unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge nach Europa zu holen“, so der Abgeordnete.

Viele der minderjährigen Flüchtlinge sind Waisen. Auf der Innenministerkonferenz in Lübeck hatte Pistorius das Anliegen der Bundesländer Niedersachsen, Thüringen und Berlin bekräftigt, mehr als 100 Flüchtlinge unter 14 Jahren aufzunehmen. Die Situation dort sei „humanität nicht erträglich“. Die Aufnahme scheitere bislang jedoch an der fehlenden Genehmigung durch das Bundesinnenministerium. Deshalb hofft auch Güntzler auf ein Einlenken von Unions-Kollege und Innenminister Horst Seehofer (CSU).

Die Aufnahme-Initiative geht auf eine vom Theaterkollektiv Werkgruppe2 organisierte Video-Live-Schaltung im Grenzdurchgangslager Friedland zurück. Dabei tauschten Einwohner von Friedland und Moria ihre Erfahrungen über die unmittelbare Nachbarschaft zu Flüchtlingslager aus. „Daraus ist der Wunsch zum Handeln auf der Seite der Dorfbewohner in Friedland entstanden“, teilte die Werkgruppe2 mit. Das Kollektiv mit Sitz in Rosdorf entwickelte schon ein Stück über die Geschichte des Grenzdurchgangslagers.

Die Frage des Bürgermeisters von Moria nach den Zahlen in Friedland habe deutlich gemacht, dass die Lage in beiden Dörfern nicht vergleichbar sei, schreiben die Verfasser des Offenen Briefes. In Friedland seien etwa 600 Menschen im Lager untergebracht, das über 800 Plätze verfüge. In Moria lebten rund 16 000 Geflüchtete in einem Camp, das eigentlich nur für 3000 Personen Platz biete: „Die Schilderungen aus Moria haben uns deprimiert, schockiert, sind nicht zum Aushalten.“  ana/epd

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