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Vorträge in Göttingen: Palliativ-Versorgung soll von vielen getragen werden

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Von: Thomas Kopietz

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Palliativ-Versorgung
Zum Anlass des 20-jährigens Bestehens des Fördervereins Palliativzentrum in Göttingen gibt es öffentliche Vorträge. © Jens Wolf

Der Förderverein Palliativzentrum in Göttingen feiert 20-jähriges Bestehen. Dazu sind öffentliche Vorträge geplant.

Göttingen – Die Palliativversorgung steht in Göttingen auf einem starken Fundament – davon profitieren auch Menschen im Umland, der Region. Eine Säule bildet seit nunmehr zwei Jahrzehnten der Förderverein für das Palliativzentrum der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Letzteres ist das zweite, nicht minder kräftige Standbein. Das 20-Jährige Förderverein-Bestehen wird nun mit einer Veranstaltung gewürdigt.

UMG und Förderverein laden ein zur öffentlichen Vortragsveranstaltung zum Thema „Sterben geht uns alle an: Palliativmedizin – gelebte Sorgekultur“. Ort ist am Mittwoch, 31. August, von 17 bis 20 Uhr das Tagungshaus Alte Mensa am Wilhelmsplatz in Göttingen.

20 Jahre Förderverein Palliativzentrum: Vorträge zum langjährigen Bestehen

Auf dem Programm stehen Vorträge zu den Themen „Von der Stärke lassen zu können – eine Kunst in der Begleitung sterbender Menschen“ und „Von der Palliativmedizin zur gelebten Sorgekultur“. Referenten sind Martina Kern, wissenschaftliche Leiterin des Zentrums für Palliativmedizin im Helios Krankenhaus Bonn/Rhein-Sieg und Professor Friedemann Nauck, Direktor der Klinik für Palliativmedizin der UMG.

Vortrag: Palliativ-Experte Friedemann Nauck.
Palliativ-Experte Friedemann Nauck hält einen der Vorträge. © UMG

Martina Kern beleuchtet in ihrem Vortrag die unterschiedlichen Perspektiven und Umgangsmöglichkeiten in der Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen. Sie geht dabei auf die Belastung von Angehörigen und professionellen Begleiterinnen ein, wenn sie das Gefühl haben, ihre Kraft zu verlieren.

Dagegen wehrt man sich. Es kostet Mut, das eigene Nicht-mehr-Können zu zu lassen. Fremder und eigener Anspruch in der Begleitung sterbender Menschen hindert daran, die Grenzen der eigenen Belastbarkeit wahrzunehmen und anzuerkennen. Der Vortrag zeigt Wege auf, den Spiel- und Bewegungsraum innerhalb eigener Belastungsgrenzen zu erkennen und selbst Unterstützung annehmen zu können. Die Referentin ist ausgebildete Gesundheits- und Krankenpflegerin.

Friedemann Nauck zeigt in seinem Vortrag die Entwicklung der hospizlich-palliativen Versorgung für Göttingen in den vergangenen 20 Jahren auf und skizziert die weiteren Schritte zu einer gelebten Sorgekultur.

Pflegerin, Wisscnschaftlerin: Martina Kern.
Pflegerin und Wissenschaftlerin Martina Kern. © privat

In Stadt und Landkreiskonnte nicht zuletzt durch die Unterstützung des Fördervereins für das Palliativzentrum und vieler weiterer Initiativen die hospizlich-palliative Versorgung der Bürger entwickelt und umfassend angeboten werden. Ziel ist es nun, gemeinsam die „Sorgende Gemeinschaft in der letzten Lebensphase“ als städtisches Projekt (Caring Community Göttingen) zu entwickeln.

Diese Aufgabe ist eine gesellschaftliche: Es sollen Strukturen geschaffen werden, um Wertvorstellungen und soziale Gegebenheiten mit einer Perspektive der Fürsorge und des menschlichen Miteinanders zu verknüpfen. Ein Netzwerk mit Haupt- und Ehrenamtlichen, Politik und Bürgern soll all das tragen, gebündelte Angebote sollen Betroffenen eine schnelle und barrierearme Hilfe sowie Begleitung und Unterstützung mit mehr Lebensqualität bieten.

Wichtig im künftigen Konstrukt sind laut Nauck auch Beratungen: Das Angebot werde „niederschwellige Beratungsangebote zu hospizlicher und palliativer Betreuung umfassen, gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase sowie Beratungen zu medizinethischen Fragen im Rahmen des Netzwerkes ambulante Ethikberatung Göttingen“.

Durch die Einrichtung einer Netzwerkkoordination für die regionale Hospiz- und Palliativversorgung in Stadt und Landkreis soll die regionale Versorgung von Schwerstkranken und Sterbenden zukünftig weiter verbessert werden. (tko)

Informationen zum Förderverein: palliativ-goettingen.de

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