Veranstaltungsreihe in Göttingen

Vorträge zur Ausgrenzung jüdischer Sportler während der NS-Zeit

Göttingen: Ausstellung und Veranstaltungsreihe - Juden und Fußball.

Göttingen. Eine Vortragsreihe im April in Göttingen nimmt den Sport in der NS-Zeit und die Ausgrenzung jüdischer Sportler in den Blick (wir berichteten).

Zu Beginn der Reihe spricht am Montag, 9. April, der Sporthistoriker Lorenz Pfeiffer zum Thema „Unser Verein ist judenfrei! – Ausgrenzungen im deutschen Sport“. Pfeiffer leitete früher das Institut für Sportwissenschaft der Universität Hannover.

Das teilt die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit am Dienstag mit. Sie veranstaltet die Reihe mit der „Supporters Crew 05“, dem Dachverband von Fans des Fußballvereins 1. SC Göttingen 05.

Am Freitag, 20. April, gibt es einen Vortrag von Henry Wahlig: „Der Fußballplatz als ‘Neue Synagoge’ – Sport und seine Bedeutung im Alltagsleben deutscher Juden in der NS-Zeit“. Wahlig verantwortet das Kultur- und Veranstaltungsprogramm des Deutschen Fußballmuseums in Dortmund.

Diethelm Blecking aus Freiburg referiert dann am Donnerstag, 26. April, über seine Forschungen zum jüdischen Arbeitersport in Polen.

Die „Supporters Crew 05“ hatte im März in ihrem Fanraum eine Ausstellung über jüdische Fußballer in Deutschland gezeigt und in einem Rahmenprogramm Vorträge zu Themen wie Fußball und Rassismus organisiert.

Zuvor recherchierten die Fans das Schicksal des jüdischen Fußballers Ludolf Katz. Er war 1934 nach fast 15-jähriger Mitgliedschaft vom Verein Göttingen 05 ausgeschlossen worden. Katz gelang die Flucht aus Nazi-Deutschland in die USA. Für ihr Engagement gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus erhielten die 05-Fans im Jahr 2015 den Julius-Hirsch-Preis des Deutschen Fußballbundes (DFB). Die mit 7000 Euro dotierte Auszeichnung erinnert an den deutschen Nationalspieler Julius Hirsch (1892-1943), der Jude war. Hirsch spielte zwischen 1911 und 1913 sieben Mal für die deutsche Nationalmannschaft. (tko/epd)

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