VW-Elektromotoren aus Baunatal auf "Sieben-Städte-Tour" in Niedersachsen

Baunatal / Göttingen. Joachim Drews aus Barterode bei Göttingen ist überzeugter E-Auto-Fahrer. Der 75-Jährige hat erst vergangene Woche einen neuen Audi A 3 E-Tron abgeholt. Damit könne er die 35 Kilometer nach Göttingen und zurück problemlos rein elektrisch bewältigen, sagt er.

Bei Sven Holzhauer vom VW-Werk Kassel in Baunatal informierte sich Drews gestern im Kaufpark Göttingen über die Elektromotoren des VW-Konzerns. Auch das Aggregat für seinen nagelneuen Hybrid (Benzinmotor kombiniert mit E-Antrieb) von Audi wurde schließlich in Baunatal gefertigt.

Die „Sieben-Städte-Tour“ des Landes Niedersachsen macht Freitag und Samstag unter dem Stichwort „Einfach elektrisch“ Station in Göttingen. Auch am heutigen Samstag zeigen mehrere Autohersteller von 10 bis 17 Uhr ihre Elektrofahrzeuge vor dem Einkaufszentrum an der A 7.

„Der Umweltaspekt spielt eine ganz große Rolle“, sagt Joachim Drews zur Entscheidung, ein Hybrid-Fahrzeug zu kaufen. Er lade das Auto einfach mit dem Strom seiner Fotovoltaikanlage auf dem Dach auf, sagt der Rentner. „Ich bin autark.“

Doch nicht alle Menschen seien bereits so weit, räumt Stefan Wittke, Sprecher des Wirtschaftsministeriums und Organisator der Ausstellung, ein. „Die E-Mobilität läuft noch nicht so, wie wir uns das alle wünschen“, sagt er. „Deshalb machen wir diese Tour.“

Wittke kann sich gut vorstellen, dass mittelständische Betriebe verstärkt auf E-Autos setzen. „Ein wichtiger Einstieg sind gemischte Flotten“, sagt er. „Wir müssen die Tür in den Markt aufmachen.“

Diskussion über den E-Antrieb: Joachim Drews (von links), Sven Holzhauer, Teamsprecher in der E-Traktion im VW-Werk Baunatal, und Frank Bossmann werfen einen Blick unter die Motorhaube des VW Golf GTE.

Einige Schritte weiter informiert sich Lothar Kipke über den elektrisch betriebenen Einsitzer von Renault, den Twizy Urban. „Ich habe schon einige davon in der Stadt gesehen“, sagt er. Erläuterungen am Stand der Franzosen bekommt er von Mitarbeiter Randolph Mertins. Zwischen 2,50 und 3,50 Euro koste die Fahrt für 100 Kilometer, sagt er. „Und in sechs Stunden ist das Auto wieder aufgeladen.“

Hintergrund

Im Baunataler VW-Werk werden derzeit exklusiv alle Elektromotoren des Konzerns gefertigt. Bestückt werden die beiden reinen E-Varianten E-Up und E-Golf sowie der Golf GTE und der Audi A 3 E-Tron, die einen Elektroantrieb und einen Verbrennungsmotor unter der Haube haben. In wenigen Wochen soll der Passat GTE folgen.

Nach Informationen der HNA werden am Tag rund 120 reine Elektromotoren in der Halle 6 des Baunataler Werkes gebaut. Mehr gefragt sind die Hybrid-Varianten für den GTE und den E-Tron. Dafür verlassen rund 160 E-Antriebe täglich den nordhessischen Standort.

Flitzer für die Stadt: Lothar Kipke (von links) und Rainer Hartmann informieren sich bei Randolph Mertins über den Twizy von Renault.

Auftakt für die „Sieben-Städte-Tour“ des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums war in Hannover. Dort kamen nach Angaben der Veranstalter an drei Tagen rund 15.000 Besucher. Etwa 1000 Gäste nutzten die Möglichkeit für Probefahrten in den E-Autos von VW, BMW, Renault, Citroën, Nissan und Kia. Auch einige kleinere Hersteller sind vertreten. In Göttingen verlief der Messebesuch am Freitag anfänglich etwas schleppend.

Die Schau öffnet noch einmal am Samstag von 10 bis 17 Uhr auf dem Gelände des Kaufpark Göttingen direkt an der A 7 nahe der Ausfahrt Göttingen.

Rubriklistenbild: © Fotos: Kühling

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