Abstimmung 

Wahl-Reaktionen in Göttingen: Grüne freuen sich, CDU und SPD verhalten

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Freuten sich mit Viola von Cramon (2.v.l.) über das gute Wahlergebnis: (von links) Rolf Becker, Grünen-Fraktionschef im Göttinger Rat, Abdul Abbasi, Mitglied im Göttinger Stadtvorstand der Grünen sowie Suse Stobbe, Mitglied im Göttinger Rat.

Göttingen – Unterschiedlich fielen die Reaktionen auf die Wahlergebnisse bei den Parteien in Göttingen aus. Während die Grünen jubelten, ging es bei den den Christdemokraten und den Sozialdemokraten am Abend eher verhalten zu.

Aktualisiert um 21.30 Uhr - Die Ergebnisse des Bundestrends waren auch im regionalen Ergebnis für den Landkreis Göttingen spürbar: Die Sozialdemokraten verlieren nach der Auszählung aller 429 Wahlbezirke gegenüber der letzten Europawahl mehr als zwölf Prozent und landen bei nur 22,30 Prozent. Die Christdemokraten verlieren mehr als sechs Prozent und erreichen 25,61 Prozent. Damit sind knapp stärkste Kraft vor den Grünen, die auf 25,28 Prozent kommen - ein Plus von mehr als zehn Prozent. Die AfD bekommt 6,79 Prozent - ein Plus von knapp zwei Prozent. Die FDP landet bei 4,52 Prozent - ein Plus von gut zwei Prozent. Die Linke bekommt 4,38 Prozent und legt damit etwa ein Prozent zu. Alle Ergebnisse aus den Gemeinden im Landkreis Göttingen gibt es hier.

Grüne: Unerwarteter Erfolg

Für die Göttinger Grünen kommt der Erfolg bei der Europawahl ziemlich unerwartet, sagte Viola von Cramon. „In dieser Höhe ist das Ergebnis überraschend.“ Sie glaubt, dass die jungen Leute stärker als in der Vergangenheit zur Wahl gegangen sind. „Das macht sich in den Wahlergebnissen bemerkbar“, sagt von Cramon, die sich mit Listenplatz 19 am Abend große Hoffnungen auf einen Einzug ins Parlament. „Mit diesem Platz konnte ich nicht davon ausgehen, dass es zum Einzug reicht“, machte von Cramon deutlich. Ob es am Ende gereicht, kann man erst mit Gewissheit sagen, wenn das vorläufige amtliche Endergebnis vorliegt. „Ich möchte mich um eine Agrarwende für die ländlichen Räume kümmern. Für mich als Niedersächsin wird auch die Zukunft von VW im Mittelpunkt meiner Arbeit stehen“, kündigte von Cramon (49) aus Waake in der Samtgemeinde Radolfshausen für den Fall ihres Einzugs in das Europaparlament ein.

Verhaltene Freude bei der CDU

Bei den Christdemokraten in Göttingen gab es verhaltene Freude mit Blick auf die Bremer Bürgerschaftswahl. „Es ist toll, dass wir stärkste Partei im kleinsten Bundesland und einer ehemaligen SPD-Hochburg geworden sind“, sagte CDU-Kreisvorsitzender Fritz Güntzler.

Aktive der CDU warten gemeinsam im Parteihaus in Göttingen auf die Ergebnisse. 

„Das Europawahlergebnis ist ernüchternd“, kommentierte Güntzler mit Blick auf das Ergebnis von unter 30 Prozent für die Christdemokraten. „Das es kein großes Ergebnis wird, war klar“, sagt Güntzler.

Güntzler: Keine adäquate Antwort auf Video

Ihn ärgert allerdings, dass die Christdemokraten auf das Video des YouTubers Rezo keine adäquate Antwort gefunden haben, so Güntzler mit Blick auf die Entwicklungen der vergangenen Tage. Der Videomacher hatte die CDU und ihre Politik in einem fast einstündigen YouTube-Beitrag scharf kritisiert.

Güntzler erwartet Diskussionen

Güntzler erwartet nach dem schlechten Abschneiden der Partner der Großen Koalition heftige Diskussionen um die Zukunft des Bündnisses in Berlin. „Der Ausgang ist nicht absehbar“, sagt Güntzler.

Keine gute Stimmung bei der SPD

Keine gute Stimmung herrschte bei den Sozialdemokraten: „Der Wahltag ist für die Sozialdemokraten enttäuschend“, sagt Larissa Freudenberger, SPD-Europakandidatin aus Göttingen. „An unserem Engagement in Göttingen hat es nicht gelegen. Ein Hoffnungsschimmer ist, dass viele junge Leute zur Wahl gegangen sind“, kommentierte sie das Ergebnis.

Keine gute Stimmung: Die Sozialdemokraten trafen sich im Parteihaus an der Nikolaistraße. 

Das habe auch dazu geführt, dass die AfD schlechter abgeschnitten habe, als sie sich erhofft hatte, sagte Freudenberger. In den nächsten Wochen soll das regionale Wahlergebnis genau analysiert werden. Freudenberger: „Wir wollen sehen, wie wir noch mehr junge Leute ansprechen können.“  

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