Öffentliches Fest

Wahlkampfauftakt in Göttingen: CDU will den Doppelsieg

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Lockere Stimmung beim CDU-Sommerfest im Autohaus Peter: von links Volker Kauder, CDU-Fraktionschef im Bundestag, Helmut Peter, Bernd Althusmann, Fritz Güntzler und Moderatorin Wenke Weber.

Göttingen. Mit mehreren hundert Gästen feierten die Christdemokraten im Landkreis Göttingen ihren Auftakt für den Bundestagswahlkampf - in einem Autohaus.

Park-Chaos am Mittwoch im Maschmühlenweg/Rinschenrott: Plätze für Autos gibt es nur noch auf illegalem Terrain. Abschleppwagen fahren vor. Ursache: das öffentliche CDU-Sommerfest.

Dafür und den Wahlkampfauftakt von Fritz Güntzler hat Helmut Peter sein Autohaus geöffnet – und den Hof dazu, weil etwa 800 Menschen gekommen sind.

Die Stimmung ist gelöst, oft sogar heiter. Kein Wunder, Umfragen sehen Güntzler vorne, er könnte den Wahlkreis gewinnen, trotz des in den Medien sehr präsenten Gegners Thomas Oppermann. Der redet beim zeitgleichen PD-Sommerfest am Kiessee von einem spannenden Kampf um das Direktmandat. Das Wort „spannend“ kommt Fritz Güntzler nicht über die Lippen. Auch die scharfen Pfeile bleiben bei Günzler im Köcher. Er setzt selbstbewusst auf seine Stärken: Nähe zu den Bürgern, Nähe zum Wahlkreis. Einen kleinen Pfeil schießt er dennoch Richtung Gegner ab: „Es ist gut, wenn ein Abgeordneter viel und oft im Wahlkreis unterwegs ist.“ Er habe das vier Jahre praktiziert und so werde es bleiben.

Stargast Nummer eins des Abends ist Volker Kauder, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Bundestag. An Güntzler schätzt „Chef“ Kauder dessen große Verlässlichkeit, die (meistens) gute Laune und das Fachwissen. „Fritz weiß als Wirtschaftsprüfer, worüber er spricht, solche Leute brauchen wir im Bundestag. Er ist ein wichtiger Mann im Finanzausschuss.“ Das klingt ehrlich. Aber: Schlech redet man bei Wahlkampfveranstaltungen über einen Kollegen ohnehin nicht. Dann haut Kauder sogar noch ein Sonderlob heraus: „Ich bewundere, wie oft Fritz im Wahlkreis unterwegs ist, er weiß, wo er herkommt.“ Das bedeutet: „Die Note 1 für Fritz als Abgeordneter“.

Natürlich spricht der Schwabe und Autofreund Volker Kauder auch über den Diesel-Gipfel. Er fordert von der Auto-Industrie eine Entwicklung der Dieselnachrüstung und eine genaue Prüfung der E-Mobilität und deren fragwürdige Öko-Bilanz. „Es geht auch nicht, dass in den USA 20 Milliarden Schadenersatz an Kunden gezahlt wird und in Deutschland gar nichts.“ Beifall im Autohaus.

Dann umreißt Kauder das CDU-Programm samt einer Familienpolitik mit Entlastungen auch beim Hausbau sowie einer Bildungspolitik, „die sich am 21. und 22. Jahrhundert und nicht am 19. orientiert“. Klar ist: Die CDU will die Bundestagswahl gewinnen – und dazu die Landtagswahl im Januar 2018.

Das will natürlich auch Bernd Althusmann. Der kann sich zwar nicht mehr genau daran erinnern, wann er zuletzt in Göttingen war, sieht aber Top-Chancen, bald Ministerpräsident sein zu können. Dafür sorge die schlimme Politik der rot-grünen Landesregierung. Fazit: „Es muss sich dringend etwas ändern.“

Im Moment jedenfalls gibt es Rückenwind, zieht seine CDU – wie der Blick auf das Parkchaos am Rande des Sommerfestes bestätigt.

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