Wallmoden-Sammlung: Prinz freut sich über antike Skulpturen in neuem Licht

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Präsentation: Professor Johannes Bergemann zeigt dem Publikum mit Universitätspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel und Ernst-August Prinz von Hannover (Erste Reihe Mitte) seine Sammlung bisheriger Kataloge.

Göttingen. Die Wallmoden-Sammlung in Göttingen ist ab sofort wieder zugänglich. Die älteste private Antikensammlung in Deutschland gilt als herausragendes Zeugnis der Rezeption der Antike im 18. Jahrhundert.

Im Beisein des Eigentümers der Skulpturen, Ernst-August Prinz von Hannover, der von von Heinrich Prinz von Hannover begleitet wurde, ist die Sammlung im Archäologischen Institut der Universität Göttingen neu eröffnet worden. Gewürdigt wurde außerdem der 80. Geburtstag von Prof. Klaus Fittschen.

Seit 1979 in der Uni-Stadt

Bis 1989 war Fittschen Leiter des Göttinger Archäologischen Instituts, danach amtierte er als Direktor des Deutschen Archäologischen Instituts in Athen. 1979 holte er die Sammlung Wallmoden als Leihgabe nach Göttingen. Gemeinsam mit Prof. Johannes Bergemann hat der klassische Archäologe zur Wiedereröffnung der Sammlung Wallmoden einen neuen Katalog dazu herausgegeben, zur Feierstunde hielt er einen kurzen Vortrag.

Die Universitätspräsidentin Prof. Ulrike Beisiegel erinnerte daran, dass Christian Gottlob Heyne damals die Archäologievorlesung in Göttingen begann. Schnell hätten die Skulpturen Eingang in diese Lehrveranstaltung bekommen. „Die Sammlung Wallmoden und Göttingen gehören also wissenschaftlich aufs engste zusammen.“

Vor 250 Jahren, im Winter 1765/1766, hielt sich Johann Ludwig von Wallmoden, ein unehelicher Sohn König Georgs II., auf einer Bildungsreise durch Europa mehrere Monate in Rom auf. Wie unter britischen Adligen damals üblich, erwarb er zahlreiche antike Skulpturen und ließ sie von römischen Bildhauern ergänzen.

Neue Tafeln

Während die große Gemäldesammlung des Grafen nach seinem Tod zerstreut wurde und seine neuzeitlichen Skulpturen im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört wurden, sind die Antiken mit 44 Statuen, Büsten und Reliefs aus römischer Zeit und zwölf neuzeitlichen Nachahmungen antiker Werke bis heute ohne Einbußen erhalten. In den vergangenen Monaten wurden Renovierungsarbeiten für die Sammlung vorgenommen. Im rechten Licht stehen die Skulpturen mit einem neuen Beleuchtungssystem, zur Erklärung für die Besucher gibt es neue Beschriftungstafeln. Im Rahmen der Sonntagsspaziergänge ist die Sammlung ab sofort immer sonntags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. (zul)

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