1. Startseite
  2. Lokales
  3. Göttingen
  4. Göttingen

Totschlag-Prozess gegen Göttinger: War die Freundin bei der Tat dabei?

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Heidi Niemann

Kommentare

Verteidiger und Angeklagter im Gerichtssaal.
Prozessauftakt in der vergangenen Woche: Dem 27-jährigen Angeklagten wird vorgeworfen, im Mai vergangenen Jahres seinen Vater getötet zu haben. (Archivbild) © Stefan Rampfel

Im Totschlagsprozess gegen einen 28-jährigen Mann aus Göttingen sind am Mittwoch vor dem Landgericht Göttingen bislang unbekannte Details bekannt geworden.

Göttingen – Demnach soll der Angeklagte seinen 59-jährigen Vater im Mai vergangenen Jahres vor den Augen seiner damaligen Lebensgefährtin getötet haben.

Die zu der Zeit wohnungslose Frau sei am Tatabend von der Polizei aufgesucht und zur Dienststelle mitgenommen worden, wo sie am nächsten Tag von den Ermittlern vernommen worden sei, berichtete eine 53-jährige Zeugin. Nachdem man sie wieder entlassen hatte, habe sie dann auch ihr erzählt, was sie am Tag zuvor habe mitansehen müssen.

Die 53-jährige Altenpflegerin war im vergangenen März mit der Lebensgefährtin des Angeklagten in Kontakt gekommen. Sie habe ihr geschildert, dass bei dem Angeklagten offenbar eine Sicherung durchgebrannt sei, berichtete die 53-Jährige.

Demnach habe der 28-Jährige seinem Vater eine Rumflasche auf den Kopf gehauen und dann mit einem spitzen Gegenstand auf ihn eingestochen, vermutlich mit einer Schere oder einem Schraubenzieher.

Dabei habe er mindestens einmal durch das Auge hindurch bis ins Gehirn gestochen. Die Freundin habe dem Vater noch helfen wollen, sich aber nicht einzugreifen getraut, weil sie sich damit selbst in Lebensgefahr gebracht hätte. Anschließend habe der 28-Jährige seinen Vater mit einer brennbaren Flüssigkeit überschüttet und angezündet.

Sie habe dann das Weite gesucht, um sich in Sicherheit zu bringen. Sie habe Angst gehabt, dass der 28-Jährige sie finden und auch töten könnte, weil sie Zeugin der Tat gewesen sei.

Der 28-Jährige muss sich in dem Prozess unter anderem wegen Totschlages, Brandstiftung, Störung der Totenruhe sowie gefährlicher Körperverletzung verantworten. Laut Anklage soll er einige Wochen vor dem Gewaltverbrechen an seinem Vater auch seine damalige Lebensgefährtin attackiert und verletzt haben.

Der Angeklagte, der in Untersuchungshaft sitzt, hatte zu Beginn des Prozesses in der vergangenen Woche in einer von seinem Verteidiger verlesenen Erklärung einen Großteil der Tatvorwürfe einräumt. (Heidi Niemann)

Auch interessant

Kommentare