Warentauschtag in Göttingen: Verschenken statt wegwerfen

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Viel los: Am Tauschstand für Haushaltswaren herrschte wie jedes Jahr großer Andrang. 

Göttingen. Der Göttinger Warentauschtag, der am Samstag bereits zum 21. Mal ausgerichtet wurde, sorgte auch diesmal wieder für einen wahren Besucheransturm.

Als eine hochschwangere Frau das Gelände der Göttinger Entsorgungsbetriebe (GEB) verließ, hatte sie ein breites Lächeln im Gesicht. Vor sich her schob sie einen Kinderwagen, der zwar nicht mehr ganz neu wirkte, der aber seinen Zweck voll und ganz erfüllte. Den Wagen hatte die Frau an einem der vielen Stände entdeckt und einfach mitgenommen, ohne auch nur einen Cent dafür bezahlen zu müssen.

„Wenn ich so etwas sehe, dann habe ich ein sehr gutes Gefühl“, freute sich GEB-Mitarbeiterin Maja Heindorf, die den Warentauschtag 1996 ins Leben gerufen hatte. Genau das sei Sinn und Zweck dieser Veranstaltung. „Dass Menschen hier etwas kostenlos bekommen, dass sie brauchen, sich aber vielleicht nicht selber leisten können und das beim Besitzer sowieso nur herumsteht.“

Ganze Berge von Büchern, Fahrrädern, Haushaltswaren, Elektrokleingeräten, Kleinmöbeln, Kindertextilien, Spielzeug und Pflanzen waren schon vor Beginn der Börse angeliefert und auch währenddessen mitgebracht worden. „Das Motto des Warentauschtages ist ganz einfach: Es kann mitgebracht werden, was noch funktioniert und es kann mitgenommen werden, was gebraucht wird“, erläuterte Maja Heindorf.

Das Besondere daran sei, dass auch derjenige etwas mitnehmen kann, der nichts mitbringt. „Wem etwas gefällt, der kann nehmen so viel er tragen kann“, so die Organisatorin. Damit erfülle der Warentauschtag eine soziale Komponente und tue gleichzeitig etwas für die Umwelt. „Schließlich muss nicht unweigerlich zu Abfall werden, was für jemanden wertlos geworden ist.“

Dass bei den angelieferten und mitgebrachten Warenmengen nicht alles einen neuen Besitzer fand, versteht sich von selbst. Was übrig bleibt, kommt in die Gebrauchtwarenbörse der GEB oder es landet im Gebrauchtwarenkaufhaus der Neuen Arbeit Brockensammlung. Diese zählte wie schon in den Vorjahren genauso zu den Organisatoren wie der Fachdienst Umwelt der Stadt Göttingen. „Mein Dank gilt diesmal aber auch der Bildungsvereinigung Arbeit und Leben, deren junge Hauswirtschafter am Verpflegungsstand richtig gute Arbeit geleistet haben“, lobte Heindorf. 

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