Tarifverhandlungen im Kfz-Handwerk

Freitag gab es einen Warnstreik am Autohaus Lutteranger in Göttingen

Auch Mitarbeiter im Autohaus Lutteranger fordern vier Prozent mehr Entgelt für das kommende Jahr, legten die Arbeit nieder und hielten Plakate hoch.
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„Einen Gang hochschalten“: Auch Mitarbeiter im Autohaus Lutteranger fordern vier Prozent mehr Lohn und Gehalt für das kommende Jahr.

Mit Warnstreiks hat die Industriegewerkschaft Metall Süd-Niedersachsen-Harz den Druck auf die Arbeitgeber des Kfz-Handwerks erhöht - auch in Göttingen.

Göttingen - Um ihren Forderungen bei den Tarifverhandlungen Nachdruck zu verleihen, haben seit Dienstag täglich Mitarbeiter Göttinger Autohäuser ihre Arbeit unterbrochen – am Freitag die des VW-/Porsche-Autohauses Lutteranger.

„Wir verlangen vier Prozent mehr Entgelt in den kommenden zwölf Monaten“, erklärte Rainer Brill, der Lutteranger-Betriebsratsvorsitzende. Eine deutlich höhere Steigerung soll es bei der Ausbildungsvergütung geben. Die Metaller treten zudem für die Option ein, sich statt für mehr Geld auch für mehr Freizeit entscheiden zu können. Zudem wünschen sich die Arbeitnehmer Gespräche über eine Verbesserung der Ausbildung.

„Das Kfz-Gewerbe ist gut durch die Corona-Zeit gekommen und die Auftragslager ist super“, berichtet die zuständige Gewerkschaftssekretärin Bianka Berlin. „Von den 40 Lutteranger-Mitarbeitern waren seit März 2020 nur einzelne in Kurzarbeit und die auch nicht länger als sonst auch“, ergänzt der Betriebsratsvorsitzende. Über zu wenig Arbeit könnten sie sich nicht beklagen.

„Bei uns liegt das Problem eher bei der mangelnden Transparenz der Geschäftsführung hinsichtlich der Zukunft unseres Standorts“, sagt Brill. Das Autohaus Lutteranger sei Teil der Graf-Gruppe, die wiederum zur Braunschweiger Voets-Gruppe gehöre. Das Management habe in den vergangenen Jahren frei werdende Stellen nicht nachbesetzt. Dadurch habe sich die Zahl der Beschäftigten von früher einmal 70 Personen fast halbiert. Die Buchführung sei an einen anderen Standort der Gruppe ausgelagert worden.

„Wir lassen uns nicht abspeisen“, erklärte Gewerkschaftssekretärin Berlin während des Warnstreiks im Göttinger Stadtteil Weende kämpferisch.

Nach der Kündigung des Tarifvertrags durch die IG Metall hätten die beiden Arbeitgeber-Zusammenschlüsse, die Tarifgemeinschaft Niedersachsen und der Unternehmerverband Niedersachsen, beim ersten Treffen mit den Arbeitnehmern am 19. Mai kein Angebot vorgelegt. Eine Nullrunde akzeptiere die Industriegewerschaft Metall nicht.

Deshalb habe es in der 23. Kalenderwoche niedersachsenweit Warnstreiks gegeben. Gewerkschaftssekretärin Berlin betreut die sieben tarifgebundenen Kfz-Betriebe in Südniedersachsen, die einen Betriebsrat haben. (Michael Caspar)

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