Beschäftigte der UMG-Klinikservice GmbH im Ausstand

Warnstreik an der Göttinger Uni-Medizin: 45 Operationen fallen aus

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Erneuter Warnstreik der UMG-Klinikservice GmbH: Deshalb fielen am Dienstag etwa 45 Operationen aus. Am Donnerstag gibt es einen weiteren Aktionstag.

Göttingen. Erneut gibt es an der Göttinger Uni-Klinik einen Warnstreik. Etwa 200 Beschäftigten der UMG-Klinikservice GmbH gingen für mehr Geld und einen Haustarifvertrag auf die Straße.

Der Ausstand hat Auswirkungen auf die Patienten. Nach Angaben der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) werden am Dienstag etwa 45 Operationen ausfallen beziehungsweise verlegt.

Der Grund: Vom Streik betroffen war auch der Reinigungsdienst für die Operationssäle. Die Besucher der Universitätsmedizin Göttingen wurden mit Handzetteln am Klinikeingang begrüßt. Darin machten die Beschäftigten auf ihre Tarifsituation aufmerksam.

Die UMG-Klinikservice GmbH ist eine große Tochterfirma der Uniklinik und Universität Göttingen mit mehreren hundert Beschäftigten. Sie erbringen Dienstleistungen für die Uniklinik und Universität in der Reinigung, dem Patiententransport und der Wäscherei. Das Problem: Es gibt etwa 400 Beschäftigte mit Altverträgen, die nach dem Tarifvertrag der Länder bezahlt werden. Weitere 700 haben neue Verträge mit deutlich niedrigeren Entgelten.

Diese „Zwei-Klassen-Gesellschaft“ soll durch einen Haustarifvertrag aufgebrochen werden, so die zentrale Forderung bei der Auseinandersetzung. Ende September gab es einen ersten eintägigen Warnstreik. Zuvor waren Petitionen der UMG-Leitung und dem Uni-Präsidium überreicht worden.

„Wir fordern nichts anderes, als gleichen Lohn für gleiche Arbeit“, sagte Jens-Andreas Schmidt, ein Betroffener. „Wir verdienen 40 Prozent weniger als die Alt-Beschäftigten. Das ist zu wenig, um davon zu Leben. Viele Kollegen müssen aufstocken oder einem Zweit- und Dritt-Job nachgehen.“

Bisher habe man eine Lohnerhöhung für einige wenige Betroffene von etwa zwei auf etwa 12,60 Euro pro Stunde erreichen können, sagte Daniel Wölfer, Betriebsratsvorsitzender der UMG-Klinikservice GmbH. Viele Arbeitnehmer verdienen noch deutlich weniger.

„Das ist aber zu wenig. Der Tarifvertrag der Länder liegt deutlich darüber“, verleiht er der Forderung der Beschäftigten Nachdruck. Nach seinen Angaben besteht inzwischen die Befürchtung, dass Neueinsteiger im Patiententransport künftig noch weniger als bislang verdienen sollen.

Weiterer Warnstreik am Donnerstag

Patienten der Uni-Klinik müssen sich in dieser Woche noch einmal auf Behinderungen einstellen. Am Donnerstag ist ein weiterer Warnstreiktag geplant. Auch dann ist erneut mit Verschiebungen beziehungsweise Ausfällen von Operationen und ambulanten Behandlungen zu rechnen.

Die Versorgung der Notfall-Patienten ist ständig sichergestellt. Dazu wurde im Vorfeld eine entsprechende Vereinbarung abgeschlossen.

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