Aktion der GEW

Warnstreik: Beschäftigte der Schulen machen Druck für mehr Geld

Warnstreik der Tarifbeschäftigten aus den Schulen: Sie forderten in Göttingen ein Gehaltsplus von fünf Prozent, mindestens aber 150 Euro mehr im Monat.
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Warnstreik der Tarifbeschäftigten aus den Schulen: Sie forderten in Göttingen ein Gehaltsplus von fünf Prozent, mindestens aber 150 Euro mehr im Monat.

Die Tarifbeschäftigten der Schulen in Südniedersachsen sind sauer. Sie fordern ein deutliches Gehaltsplus. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte deshalb am Mittwoch zu einem Warnstreik aufgerufen.

Göttingen/Northeim – Etwa 60 Betroffene aus den Landkreisen Göttingen und Northeim waren zur Heinrich-Böll-Schule gekommen, um dort ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Zentrale Forderung ist eine Gehaltssteigerung um fünf Prozent, mindestens aber 150 Euro mehr im Monat. Die Entgelte der Auszubildenden und Praktikanten sollen um 100 Euro steigen. Zum Streik aufgerufen waren alle pädagogischen, therapeutischen und technischen Fachkräfte der Schulen sowie tarifbeschäftigte Lehrkräfte.

Deshalb waren vor allem Förderschulen in den Landkreisen Göttingen und Northeim von der Aktion betroffen. Sie hatten am Mittwoch in der Regel für einen Tag geschlossen. Eine Notbetreuung war jedoch nach Gewerkschaftsangaben sichergestellt.

„Fünf Prozent sind fair, weil ihr die Schulen am Laufen gehalten habt. Fünf Prozent sind nötig, weil die Lebenshaltungskosten stark ansteigen. Fünf Prozent sind sinnvoll, weil die Lohnpolitik der Krise nicht hinterhersparen darf und der Öffentliche Dienst Vorbildcharakter hat“, rief Harry Seeger, Vorsitzender des GEW-Kreisverbandes Northeim, den Streikenden zu.

Ihre ganz konkreten Probleme schilderten zwei tarifbeschäftigte Lehrerinnen, die an der Grundschule Uslar arbeiten: „Es wird zu wenig in Bildung investiert. Große Betriebe, wie die Lufthansa, werden mit Milliardenbeträgen unterstützt“, kritisierten Antje Richter und Melanie Opitz. Es werde immer auf das soziale Engagement der Lehrer gesetzt. Dabei habe sich die Belastung für die Lehrkräfte in der Pandemie deutlich erhöht.

Einer der Redner beim Warnstreik in Göttingen war Harry Seeger. Er ist Vorsitzender des GEW Kreisverbandes Northeim.

So müssen die Lehrkräfte durch die versetzten Pausenzeiten der Schüler zwischen 7.30 und 13 Uhr praktisch durcharbeiten. Außerdem müsse für jeden Schüler, der im Homeoffice ist, ein spezieller Lernplan entwickelt werden. Hinzu kommen die dann notwendigen Videokonferenzen, berichten die beiden Lehrerinnen über ihre zusätzlichen Belastungen an den Nachmittagen. Außerdem sei die Internetversorgung an der Grundschule im Solling noch immer schlecht. Außerdem kann sich Lehrerin Antje Richter wegen ihrer Ausbildung in der früheren DDR nicht auf alle freien Stellen bewerben, die sie interessieren.

Aus dem Landkreis Northeim waren bei der Warnstreik-Aktion in Göttingen zum Beispiel Beschäftigte der Weperschule in Hardegsen, der KGS Moringen und der Grundschule Uslar beteiligt. Außerdem waren unter anderem Mitarbeiter folgender Schulen im Warnstreik: Wartbergschule, BBS I und II (alle Osterode), Heinrich-Böll-Schule, Geschwister-Scholl-Gesamtschule, Schule am Tannenberg und Felix-Klein-Gymnasium (alle Görringen) sowie IGS Bovenden.

In der übernächsten Woche wollen die tarifbeschäftigten Mitarbeiter der Schulen noch mehr Druck machen. Dann ist eine Fahrt in die Landeshauptstadt Hannover vorgesehen. Weitere Infos gibt es hier. (Bernd Schlegel)

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