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Warnstreik: Post-Beschäftigte in Göttingen im Ausstand

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Von: Melanie Zimmermann

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Legten am Donnerstagabend ihre Arbeit im Brief- und Paketzentrum in Göttingen ihre Arbeit nieder: Beschäftigte der Deutschen Post AG.
Legten am Donnerstagabend ihre Arbeit im Brief- und Paketzentrum in Göttingen ihre Arbeit nieder: Beschäftigte der Deutschen Post AG. © Stefan Rampfel

In den stockenden Tarifverhandlungen mit der Deutschen Post ruft die Gewerkschaft Verdi zum Warnstreik auf. Auch in Göttingen sind Beschäftigte im Ausstand.

Göttingen – Die Gewerkschaft Verdi ruft im Tarifstreit mit der Deutschen Post AG Beschäftigte an verschiednen Standorten der Post zu Warnstreiks auf. Betroffen seien fast alle Orte, so Verdi. Auch beim Paket- und Briefzentrum in Göttingen sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diesem Aufruf am Donnerstag, 19. Januar, nachgekommen.

Bei der zweiten Tarifverhandlungsrunde für die rund 160 000 Tarifbeschäftigten der Deutschen Post AG sind Arbeitgeber und Verdi ohne Ergebnis auseinandergegangen. „Die Arbeitgeber haben sich sehr deutlich geäußert, dass sie nicht bereit sind, den Reallohnverlust und die Inflation auszugleichen. Dies sei nicht finanzierbar. Diese Sichtweise ist für uns nicht akzeptabel“, sagte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende und Verhandlungsführerin Andrea Kocsis.

Verdi: Tarifforderungen sind notwendig

„Scheinbar zählen für die Arbeitgeber die Fakten nicht. Unsere Tarifforderungen sind notwendig, gerecht und machbar.“ Der überwiegende Teil der Mitglieder bei der Deutschen Post AG habe ein niedriges Einkommen und könne Reallohnverluste schlichtweg nicht verkraften, so Kocsis weiter. „Dass die Arbeitgeber den Ausgleich von Reallohnverlusten verweigern, ist angesichts der Milliardengewinne des Konzerns eine Provokation.“ Nun werden die Beschäftigten darauf antworten und die Arbeit niederlegen.

Verdi rief dazu die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen Brief- und Paketzentren (Verteilzentren) bundesweit für Donnerstag, 19. Januar ab 17 Uhr und auch Freitag, 20. Januar, ganztägig zum Streik auf. In den folgenden Tagen werden weitere Streiks folgen, so die Gewerkschaft in einer Mitteilung.

Verdi spricht von sehr guter Beteiligung am Warnstreik

Die Beteiligung in der Nacht zum Freitag sei bereits sehr gut gewesen, so der Verdi-Landesfachbereichsleiter Thomas Warner. Unangenehm für Verbraucher: Die Gewerkschaft rechnet mit erheblichen Behinderungen in der Brief- und Paketzustellung.

Nach Schätzungen von Verdi werden in den Bundesländern Niedersachsen und Bremen rund 200 000 Pakete sowie etwa 2,5 Millionen Briefsendungen nicht bearbeitet.

Gewerkschaft fordert eine Erhöhung der Einkommen um 15 Prozent

Verdi fordert eine Erhöhung der Einkommen um 15 Prozent und eine Anhebung der Ausbildungsvergütung um 200 Euro bei der Laufzeit von zwölf Monaten.

Die dritte Verhandlungsrunde zwischen der Deutschen Post AG und der Gewerkschaft soll am 8. und 9. Februar in Düsseldorf stattfinden. (Melanie Zimmermann, mit dpa)

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