Nutzer behauptete wohl aus Rache, dass Bombenanschlag in Göttingen geplant sei

Anschlag bei Facebook angekündigt - Polizei: "Das ist Fake"

Göttingen/Dassel. Plante ein Terrorist einen Anschlag in Göttingen? Eine Facebook-Warnung, die im sozialen Netzwerk seit Montag verbreitet wurde, sorgt derzeit für Unruhe in Südniedersachsen.

Schnell ergaben die Ermittlungen der Northeimer und Göttinger Polizei, dass es sich um eine Falschmeldung handelte. Die Polizeiinspektion Göttingen gab am Dienstagmorgen auf Nachfrage der HNA Entwarnung. "Das ist ein Fake, ein schlechter Scherz", betonte Polizeisprecherin Jasmin Kaatz. Grund dafür sei vermutlich nach bisherigen Erkenntnissen eine persönliche Rachegeschichte.

Via Facebook war am späten Montagabend in einer geschlossenen Göttinger-Gruppe eine Warnung vor einem "Terroristen" und einer Terror-Organisation gepostet worden. Die Gruppe würde in Göttingen einen Bombenanschlag planen, hieß es darin. Als Verdächtiger wurde ein über Friedland eingereister junger Syrer genannt (der Name liegt der Redaktion vor), der in Dassel gemeldet ist.

Die Informationen seien aus Syrien gekommen, schrieb die Frau aus Göttingen in der Nachricht. "You must tell the Police" (deutsch: Ihr müsste es der Polizei sagen) hieß es weiter. Das geschah natürlich. Gleich mehrere Personen, die den Hinweis am Montag bei Facebook entdeckt hatten, informierten sofort die Göttinger Polizei, die die Ermittlungen in die Wege leitete.

Persönliche Rache?

Aktualisiert
um 12.26 Uhr.

Beamte der Polizei Northeimfuhren zu der Adresse des Beschuldigten in Dassel. „Der Mann war sehr kooperativ, besucht gerade einen Sprachkurs in Einbeck und baut sich eine neue Existenz in Deutschland auf“, sagte ein Sprecher der Northeimer Polizei. Der als Terrorist beschuldigte Mann vermutete gegenüber den Beamten „eine persönliche Rachegeschichte“ des mutmaßlichen Verfassers der Nachricht: Beide hätten einige Zeit zusammen in einem Haus im Bereich Dassel gewohnt, dabei sei es immer mal wieder zu Ärger gekommen. Der andere Mann sei inzwischen unbekannt verzogen.

Die Polizei fahndet jetzt nach dem Verfasser des Facebook-Posts – gegen ihn werden strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet. "Wir müssen den Mann erstmal finden", hieß es am Dienstag seitens der Northeimer Polizei.

Meldungen ernst nehmen und Polizei informieren

Man müsse solche Meldungen sehr ernst nehmen, gerade in dieser aktuellen Gefühlslage, sagte Jasmin Kaatz gegenüber unserer Zeitung. Auch sollten Internet-Nutzer, egal wo sie auf verdächtige Meldungen stoßen, stets die Polizei informieren. "Das ist der richtige Weg."

Auch vor einer allzu gedankenlosen Weiterverbreitung und dem "Teilen" oder "Liken" der Facebook-Posts sollten sich Nutzer hüten. Laut Kaatz war es der erste Post mit einem solchen Inhalt von dem die Polizei Göttingen Kenntnis hatte.

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.