Ethnologische Sammlung unterstützt Ausstellung

Warum ein Kriegsgott aus Göttingen auf Reisen geht 

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Berühmt: Das Federbildnis des hawaiianischen Kriegsgottes Kuka’ilimoku gehört zu den bekanntesten Stücken der Göttinger Sammlung.

Göttingen. 25 Objekte aus der Ethnologischen Sammlung der Universität Göttingen werden Teil einer Ausstellung im Linden-Museum im Stuttgart. 

Armbänder, Angelhaken, Rindenbaststoffe – 25 Objekte aus der Ethnologischen Sammlung der Universität Göttingen sind auf dem Weg nach Stuttgart. Zu den Leihgaben für eine Ausstellung im Linden-Museum zählt auch das berühmte Federbildnis, das den hawaiianischen Kriegsgott Kuka‘ilimoku repräsentiert.

„Ku“ wie der Kriegsgott in Göttingen abgekürzt genannt wird, wird bis zum 13. Mai 2018 in der großen Sonderausstellung des Landes Baden-Württemberg, die Kunst, Kultur und Geschichte, Gegenwart und Vergangenheit der hawaiischen Inseln in den Vordergrund rückt, zu sehen sein.

Nach Göttingen kam „Ku“ dank James Cook, der im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts im britischen Auftrag auf drei großen Expeditionen die Welt umsegelte. Während der dritten Reise landete er 1778 und 1779 auch auf Hawaii. Bis zur Ankunft der Cook’schen Expedition hatte sich das Leben dort über Jahrhunderte fast unberührt von äußeren Einflüssen entwickeln können. 

Die Beziehungen zwischen den Expeditionsmitgliedern und den Einwohnern blieben lange friedlich, waren von gegenseitigen Geschenken und Handelsgaben geprägt. Im Februar 1779 allerdings kam James Cook bei einer Auseinandersetzung auf Hawaii ums Leben.

Wichtige Quellen für Leben in der Südsee

Heute sind die nach Europa gebrachten Gegenstände wichtige Quellen für das Leben in der Südsee zur Zeit der ersten Kontakte zwischen Pazifik-Insulanern und Europäern. Ungefähr 2000 Objekte aus dem gesamten pazifischen Raum sind von den drei Cook’schen Expeditionen weltweit noch vorhanden. Der größte Einzelbestand, etwa 500 Zeugnisse materieller Kultur, gehört zur Ethnologischen Sammlung der Universität Göttingen. 

„Diese Objekte zählen zu den absoluten Spitzenstücken unserer Sammlung“, sagt Dr. Michael Kraus, Kustos der Sammlung. „Nur ausnahmsweise und zu ganz besonderen Anlässen verlassen sie unser Haus.“ Für „Hawai’i. Königliche Inseln im Pazifik“, eine vom Göttinger Hawaii-Spezialisten Dr. Ulrich Menter am Stuttgarter Linden-Museum kuratierte Sonderausstellung, entschloss sich Kraus zu einer solchen Ausnahme.

Im Rahmen der Sonntagsspaziergänge ist die Ethnologische Sammlung in Göttingen (Theaterplatz 15) regelmäßig von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Die nächste Führung beschäftigt sich am Sonntag, 15. Oktober, ab 11.15 Uhr mit den Indianern Nord- und Südamerikas. 

Am 20. Oktober wird die Sonderausstellung „Künstlerische Lebenswelten in Ghana – Impressionen einer studentischen Feldforschung“ eröffnet.

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