Göttingen Forscher fanden einen Grund für den Leistungsabfall heraus

Die Sonne schwächelt: Forscher fanden Grund heraus

Sonne im Formtief: Die Grafik des Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen zeigt, das der 24. Sonnenzyklus, der 2009 begann, deutlich schwächer ausfällt als seine Vorgänger. Foto: Hathaway/NASA/MSFC/nh

Göttingen. Die Sonne ist derzeit ungewohnt zahm. Forscher des Göttinger Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) haben herausgefunden, woran es liegt.

Das vergangene Aktivitätsmaximum unseres Sterns Mitte 2014 blieb deutlich hinter denen der vergangenen Jahrzehnte zurück. Vergleichsweise wenige Sonnenflecken überzogen seine Oberfläche; Anzahl und Heftigkeit der Sonneneruptionen fielen geringer aus als erwartet. Einen Grund für diesen „Leistungsabfall“ der Sonne sehen Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung und der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in ungewöhnlichen magnetische Strukturen, die etwa elf Jahre zuvor an der Oberfläche der Sonne in Äquatornähe auftraten und in den folgenden Jahren das Gesamtmagnetfeld der Sonne abschwächten.

Da sich Strukturen dieser Art zufällig bilden, zeigen die Rechnungen der Forscher vor allem eines: Die Stärke eines bevorstehenden Aktivitätsmaximums lässt sich nur einige Jahre im Voraus bestimmen. Langfristigere Vorhersagen sind nicht möglich.

Die Aktivität der Sonne schwankt in einem mehr oder weniger regelmäßigen Zyklus. Etwa alle elf Jahre zeigt sich unser Stern von seiner ungestümen Seite: In heftigen Eruptionen schleudert er geladene Teilchen und Strahlung ins All; starke, veränderliche Magnetfelder erscheinen an seiner sichtbaren Oberfläche und erzeugen die dunklen Sonnenflecken. Jeweils etwa sechs bis sieben Jahre später kehrt wieder Ruhe ein.

Doch trotz dieser Regelmäßigkeit ist jeder Sonnenzyklus anders. Der derzeitige Zyklus etwa, der 24. seit dem Beginn systematischer Sonnenbeobachtungen Mitte des 18. Jahrhunderts, fällt deutlich schwächer aus als seine Vorgänger. Im Maximum vor etwa einem Jahr überzogen nur etwa halb so viele Sonnenflecken die Oberfläche der Sonne wie in den frühen 1990er Jahren. Besonders gewaltige Sonneneruptionen blieben im 24. Zyklus aus.

Weitere Details unter http://zu.hna.de/goe2907sonne

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