Elke Reichardt übernimmt Leitung

Wechsel an der Spitze im Hospiz an der Lutter in Göttingen

Hospiz an der Lutter in Göttingen: Elke Reinhardt (links) und Beatrix Haan
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Wechsel an der Spitze im Hospiz an der Lutter: Elke Reichardt (links) übernahm den Vorstandsvorsitz von Beatrix Haan.

Im Göttinger Hospiz an der Lutter hat es einen Wechsel im Vorstand gegeben: Nach vielen Jahren engagierter Arbeit hat die bisherige Vorsitzende Beatrix Haan ihr Amt an Elke Reichardt abgegeben.

Göttingen – Sie war im November von der Mitgliederversammlung des Vereins gewählt worden. Das Hospiz hat 30 Mitarbeiter und rund 100 Helfer. Eigentlich sollte aus diesem Anlass ein Fest gefeiert werden – verbunden mit einem großen Dank an Beatrix Haan für ihr jahrelanges ehrenamtliches Engagement. Die Corona-Krise verhinderte dies. Jetzt aber wurde dies im kleinen Rahmen nachgeholt, dabei wurden auch die ausscheidenden Mitglieder Dirk Tiedemann und Matthias Opitz verabschiedet. Als besonderes Geschenk erhielt Beatrix Haan eine Sonderausgabe vom „Hospizstern“, der eigens für sie erstellt worden war. In dem „Stern für Beatrix“ haben viele Wegbegleiter und Mitstreiterinnen persönliche Worte für sie gefunden.

Beatrix Haan war von 1997 bis 2004 Leiterin der stationären Hospiz-Einrichtung. Ab 2012 fungierte sie als Vorstandsvorsitzende. Sie erinnert sich noch gut an die Eröffnung Anfang April 1997, als das stationäre Hospiz an der Lutter mit fünf Zimmern im Diakonissen-Mutterhaus (altes Haus 3) startete. „Wir in Göttingen waren damals das dritte stationäre Hospiz in Niedersachsen“, sagt Beatrix Haan. Kurz nach der Eröffnung der Einrichtung habe man den ersten schwerkranken Menschen aufgenommen, der leider schnell verstorben sei, so Haan. Danach dauerte es eine Woche, bis der zweite Patient aufgenommen wurde.

Nur langsam hätten die Krankenkassen angefangen zu zahlen, bis Hospizarbeit in das Sozialgesetzbuch aufgenommen wurde. Haan: „Das war eine Innovation. Von da an ging es aufwärts, wenn auch langsam. So haben wir uns 2002 auf sieben Zimmer vergrößert. Heute hat sich die Hospizbewegung in Deutschland etabliert und ist nicht mehr wegzudenken.“

Neben all den traurigen und tragischen Momenten erinnert sich Beatrix Haan auch an glückliche Augenblicke: So brachte eine Kollegin öfters ihren Border Collie mit zur Arbeit. Eine Patientin hatte ebenfalls einen Border Collie und brachte ihren Hund ebenfalls mit: „Es hat damals alle gefreut, wie die beiden Hunde durch den Garten tobten.“

In die Zeit von Haans Vorstandsvorsitz fiel 2018 auch der Umzug vom Standort im Weender Krankenhaus in das Krankenhaus Neu-Mariahilf in die Humboldtallee. Einher ging eine Vergrößerung auf nunmehr zehn helle, große Zimmer. Auch einen ebenso schönen Hospizgarten gibt es am neuen Standort.

„Ich bedanke mich bei allen Pflegekräften des Hospizes, die sehr gut ausgebildet und mit viel Engagement dabei sind“, sagt Haan. „Und es beruhigt mich, den Vereinsvorsitz in die Hände von Frau Reichardt gegeben haben zu können.“

Elke Reichardt war 20 Jahre lang Pastorin in der Göttinger Christophorusgemeinde, bevor sie Anfang April in den Ruhestand ging. Nach einem Sabbatical hat sie nun Zeit für das interessante Ehrenamt zum Wohle von Sterbenden und deren Angehörigen.

„Ich habe nach einer kurzen Überlegungszeit für diese verantwortungsvolle Aufgabe zugesagt“, erzählt Reichardt. Die Entwicklung des Hospizes habe sie immer interessiert verfolgt, nicht zuletzt weil ein guter Freund dort verstorben ist.  ysr/tko

hospiz-goettingen.de

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