Wechselnde Besetzung und vielfältige Themen

Open-Air-Projekt „Tankstelle“ am Deutschen Theater Göttingen macht gute Stimmung

Mehrere Menschen stehen in Abständen verteilt vor einem kleinen, containerhaften Gebäude.
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An einem Außenstandort am Wall in Göttingen lädt das Deutsche Theater seit dem Wochenende zu einem besonderen Open-Air-Theatererlebnis ein. Noch bis Mitte April können Besucher täglich von 16.30 bis 18.30 Uhr an der „Tankstelle“ auftanken.

Ein kurzweiliges Theaterformat hat sich das Deutsche Theater Göttingen erdacht. Interessierte können bei der Tankstelle am Wall Aufführungen aus vielen Themenbereichen erleben.

Göttingen – Glück können die Menschen trotz Pandemie seit Freitag am Deutschen Theater tanken. Die „Tankstelle“ nahe dem Theatergebäude hat ihren Betrieb aufgenommen und bei den Zuschauern – passend zum Wetter – strahlende Premierenstimmung verbreitet.

Ein kurzweiliges Theaterformat hat Regisseurin Antje Thoms mit Intendant Erich Sidler und Bühnenbildner Florian Bart erdacht. Passanten, die – wohlgemerkt ohne Auto – die Tankstelle am Göttinger Wall ansteuern, tanken an einem ihrer fünf Fenster neue Kraft in den zehrenden Coronazeiten.

Konzentration: Besucher an der „Tankstelle“.

Unterschiedliche Angebote an jedem der fünf Fenster

Eine Hupe ertönt: Die Vorstellung beginnt. Vielleicht Sprechübungen mit Marco Matthes in der Sauna? Mit Aufwärmübungen für die Stimme bis zu anspruchsvollstem Stimmgesang fordert Matthes die, die bei ihm tanken. Das Gute: Jeder Zuschauer steht allein vor seinem Fenster. Nur Matthes hört dessen Stocken, Japsen, Keuchen. Der Schauspieler liefert Stimmakrobatik.

In der Sauna: Schauspieler Marco Matthes.

Ganz anders gestaltet Marie Seiser ihren Ausschnitt. So zeigt sich das Prinzip des Projekts. Die Passanten, die an die Tankstelle kommen, werden für drei Minuten aus der Wirklichkeit entführt.

An jedem der fünf Fenster des Satelliten bekommen sie unterschiedliche Angebote. Seiser punktet mit Bewegungsspielen, bei denen wohl fast jeder die Erfahrung macht, seinen Körper nicht komplett zu beherrschen. Doch sie stellt auch Fragen zu Corona: Was hat die Pandemie für dich verändert?

Blick in einen „Tankstellenraum“: Roman Majewski im Einsatz.

Themen reichen von Welt der Liebe bis hin zu Kaiserschmarrn

Eine weiteres Prinzip der „Tankstelle“ wird deutlich: Wer hier tankt, wird Teil seiner Vorstellung. Die Zuschauer sind im Dialog mit denen, die sie hinter den Fenstern unterhalten, so bestimmen sie die Inhalte mit, können vielleicht sogar das Thema wählen.

Bei Gaia Vogel geht es in die Welt der Liebe. „Es geht mir gut, merci, Chérie“ singt sie sich in pinkfarbenem Sakko leicht und luftig in die Herzen. Wenn sie dann Postkarten mit Urlaubszielen zeigt, mag sie bei ihrem Gegenüber manche schöne Erinnerung wecken, manchen Plan wieder ins Leben rufen.

„Kaiserschmarrn“ stehen bei „Restaurantinhaber“ Paul Wenning auf der Speisekarte. Vor einem einladend gedeckten Tisch erfährt der Zuschauer fast alles über die Mehlspeise.

Aufführungen gibt es bis 11. April außer Karfreitag täglich

Angelika Fornell vermittelt den Besuchern das Gefühl, etwas Besonderes zu sein. „Ich habe mich in Dich verliebt“, gesteht sie. Für den Liebesbrief, den sie nachts schreiben will, sammelt sie Informationen, die sie sorgfältig in ihrer Mappe festhält.

Für die Auszeit aus der Wirklichkeit sorgen nicht nur die Schauspieler: In dem Projekt sind in Fenstern ohne Worte Darsteller aus den Jugendclubs des Theaters eingebunden. Mitwirkende aus Jugendclub und Einlasspersonal sorgen in roten Overalls als Tankwarte für den Ablauf.

Infos: Bis 11. April, täglich von 16.30 bis 18.30 Uhr Uhr sind ohne Eintritt über zwei Stunden drei Minuten Ausflucht aus der Wirklichkeit zu haben. Geschlossen ist die „Tankstelle“ vom 2. bis 5. April. Jedes Mal gehen andere Schauspieler zu unterschiedlichen Themen an den Start. Bei starkem Regen bleibt die Tankstelle geschlossen. Weitere Infos gibt es hier. (Ute Lawrenz)

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