Gemeinsames Forschungsprojekt

Weender Krankenhaus und Uni-Medizin: Kampf den Klinik-Keimen in der Geriatrie

Kooperation: Das Evangelische Krankenhaus Göttingen-Weende und die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) forschen zusammen, um Krankenhauskeime in Geriatrie-Kliniken zu bekämpfen. Beteiligt sind auch Geriatriezentren in Hofgeismar und Kaufungen. Foto: nh

Göttingen. Das Ziel ist ein großes: das Verhindern von Krankenhausinfektionen durch Keime in geriatrischen Kliniken. Um es zu erreichen, forschen das Evangelische Krankenhaus Göttingen-Weende (EKW) und die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) gemeinsam.

Sie bekommen nun für drei Jahre 853.000 Euro Forschungsgeld. Beteiligt sind auch Geriatrie-Einrichtungen in Hofgeismar und Kaufungen.

Konkret soll über die Arbeit im Projekt „ReToCdiff (Reduktion der Toxin-bildenden Clostridium difficile-Infektionen in Geriatrischen Kliniken) die Erkrankung an und die Ausbreitung der genannten Keime in geriatrischen Kliniken verringert werden.

Der Kontakt mit Angehörigen, Besuchern und Krankenhauspersonal ist nur unter Beachtung besonderer Schutzmaßnahmen möglich. Auch darf der Patient das Zimmer nicht verlassen, wie Prof. Dr. Roland Nau, Chef der Geriatrie im Weender Krankenhaus, sagt.

Das Projekt beinhaltet auch, dass in der Geriatrie tätige Reinigungskräfte von der Krankenhaushygiene des EKW unter Leitung von Dr. Volker Meier geschult, um unter Verwendung eines sporenabtötenden Reinigungsmittels die Patientenzimmer von Clostridien zu befreien.

Zudem wird die Bettwäsche der Betroffenen täglich gewechselt und den Erkrankten eine kostenlose professionelle Reinigung der Kleidung nach überstandener CDI-Infektion angeboten. Darüber hinaus sollen die Auswirkungen von Probiotika, die den Patienten als Nahrungsergänzung angeboten werden, untersucht werden.

Die Anzucht und molekulargenetische Charakterisierung der Infektionserreger geschieht in der Zentralabteilung Krankenhaushygiene und Infektiologie unter Leitung von UMG-Hygiene-Chefin Prof. Dr. Simone Scheithauer. Auch die statistische Auswertung der Daten erfolgt in der Uni-Klinik, durch das Institut für Medizinische Statistik unter der Leitung von Prof. Dr. Tim Friede.

Mehr noch: Gewonnene Erkenntnisse werden in der Praxis umgesetzt: Die zweite Projektphase sieht vor, dass die Erfahrungen im Geriatrischen Zentrum des EKW und in der Geriatrie des Evangelischen Krankenhauses Gesundbrunnen in Hofgeismar sowie in der DRK-Klinik Kaufungen angewendet werden.

Das Fördergeld kommt aus dem Bundes-Gesundheitsfonds und einem entsprechenden Investitionsfonds, der bis 2019 Projekte unterstützt. Voraussetzung für eine Förderung ist unter anderem, dass die Projekte ihre Wirksamkeit durch eine wissenschaftliche Begleitung unter Beweis stellen.

Hintergrund

Infektionen mit CDI können lebensbedrohlich sein, besonders bei älteren Patienten mit mehreren Erkrankungen. Vor allem in der Geriatrie sind CDI-Erkrankungen  schwer zu kontrollieren und verursachen erhebliche Probleme. Infizierte Patienten müssen separat untergebracht werden.

Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) hat über die Schaffung der Professur für Krankenhaushygiene und Infektologie (Prof. Simone Scheithauer) sowie weiterer Stellen in der Zentralabteilung die Erforschung und Behandlung, aber auch die Entwicklung von Präventivmaßnahmen und Ausbildungsschwerpunkten gestärkt. Informationen: www.hyg-infekt.med.uni-goettingen.de (tko)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.