Hochachtung für Engagement

Welt-Aids-Tag: Wenn Klischees das Leben schwer machen

Ziehen an einem Strang: Basketballspielerinnen der BG 74 Veilchen Ladies haben zum Welt-Aids-Tag in der Göttinger Innenstadt „Taddys“ an den Mann und die Frau gebracht. Auch Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (2.v.r.) unterstütze die Aktion der Aids-Hilfe Göttingen. Geschäftsführer Jörg Lühmann (4.v.l.), Pressesprecherin Simone Kamin (Mitte) und Mitarbeiterin Caroline Herberhold (3.v.r.) waren am Infostand am Kornmarkt im Einsatz. Foto: Paul

Göttingen. Unter dem Slogan „Selbstverständliches Zusammenleben“ hat am Montag Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler die Aids-Hilfe am Kornmarkt unterstützt.

Zusammen mit den BG 74 Veilchen Ladies hat er für mehr Toleranz im Umgang mit HIV-positiven Menschen geworben. „Das HI-Virus löst Aids aus und Aids ist bekanntlich eine Krankheit“, begann Köhler seine kurze Rede am Stand der Aids-Hilfe. „Betroffene darf man nicht ausgrenzen, denn mit anderen Kranken macht man das ja auch nicht.“ Er empfinde Wertschätzung für jene, die normal mit HIV-Infizierten umgehen und noch größere Hochachtung für alle, die sich im Bereich der Aids-Hilfe engagieren.

Für mehr Toleranz

Simone Kamin, Pressesprecherin der Göttinger Aids-Hilfe, dankte Köhler und den Veilchen Ladies, dass sie „so undramatisch mit dem Thema HIV umgehen und ihre Solidarität am Welt-Aids-Tag so deutlich zum Ausdruck bringen“. Insbesondere die Basketballspielerinnen seien mit ihrem Engagement ein tolles Vorbild, gerade für die jüngere Generation.

Und Köhler ergänzte: „Es ist großartig, dass sich die jungen Frauen für ein selbstverständliches Zusammenleben mit HIV-positiven Menschen stark machen.“ Am Spielfeldrand sei es ja auch belanglos, ob jemand von der Infektion betroffen ist oder nicht, so der Oberbürgermeister.

Doch noch immer begründen unzählige Menschen weltweit ihre Ablehnung gegenüber HIV-Betroffenen anhand von Klischees. Doch: „Beim Zusammenwohnen, Kochen oder Essen hat sich noch niemand angesteckt“, sagte Kamin. Außerdem können die meisten Betroffenen dank moderner Medikamente jeden Beruf ausüben, Hobbies nachgehen und sogar gesunde Kinder bekommen. „Trotzdem bleibt die Anti-Diskriminierungs-Arbeit unser wichtigstes Einsatzgebiet neben der Beratung von HIV-Infizierten“, erklärte die Aids-Hilfe-Sprecherin.

In Niedersachsen lebten im Jahr 2012 etwa 4400 HIV-positive Menschen, etwa 200 kommen jährlich hinzu. Daher richtete Kamin eine hypothetische Frage an Oberbürgermeister Köhler: „Was würden Sie tun, wenn sich ein Mitarbeiter im Rathaus zu seiner HIV-Infektion bekennt und daraufhin diskriminiert wird?“ Dieser antwortete, dass Ängste oftmals zu Fehlverhalten führen und man das Übel an der Wurzel bekämpfen müsse. „Ich würde professionelle Hilfe ins Haus holen, um alle Mitarbeiter umfassend aufzuklären und mit HIV-Klischees aufzuräumen.“

Taddys suchen ein Zuhause

Einen ersten Schritt zu mehr Toleranz haben auch die Veilchen Ladies gemacht. Sie waren am Nachmittag mit den Aids-Teddys auf der Weender Straße unterwegs. Gegen eine Spende von sieben Euro gab es für die ersten 100 Käufer auch eine Freikarte für eines der Veilchen-Spiele.

• Am Donnerstag, 4. Dezember, können die Taddys von 10 bis 16 Uhr am Info-Stand der Aids-Hilfe beim Adventsbasar im Uniklinikum/Osthalle erworben werden.

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