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Weltnichtrauchertag: Rauchfrei leben – die Göttinger Uni-Klinik hilft

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Von: Thomas Kopietz

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Am 31. Mai ist Weltnichtrauchertag. Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) bietet dazu Informationen und Kurse rund um das Thema Tabakentwöhnung an.

Göttingen – Rauchen ist gefährlich. erhöht das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und Lungenkrebs teils drastisch. In Deutschland tun es trotzdem viele Menschen: 13,82 Millionen, die älter als 15 Jahre sind, rauchten 2020 täglich.

Immerhin: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass die Zahl der deutschen Raucher bis 2025 – dem Trend der vergangenen 20 Jahre folgend – auf 12,78 Millionen zurückgehen. Dazu bei trägt, wenn auch in beschränkter Zahl – die Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Sie bietet zum Weltnichtrauchertag am Dienstag, 31. Mai, Informationen an – und ständig Tabakentwöhnungskurse an.

Weltnichtrauchertag: Informationen und Kurse zum Thema Tabakentwöhnung in Göttingen

Erfolgreich, denn „nach einem Jahr sind etwa 40 Prozent unserer Teilnehmenden rauchfrei“, sagt Kursleiterin Dr. Maike Johannsen. Von den Rauchenden, die allein auf reine Willenskraft setzen, blieben dagegen nur höchstens fünf Prozent mindestens zwölf Monate lang rauchfrei, zitiert Johannsen die Statistik. „Verglichen mit anderen Methoden der Tabakentwöhnung haben unsere Kursteilnehmer gute Chancen, mit dem Rauchen aufzuhören.“

Gesund ist das nicht: Ein Raucher zieht an einer Zigarette, der Rauch geht in die Umwelt.
Gesund ist das nicht: Ein Raucher zieht an einer Zigarette, der Rauch geht in die Umwelt. (Symbolbild) © DPA

Das UMG-Programm heißt „Nichtraucher in 6 Wochen“ und ist erfolgreich. Es beinhaltet professionelle psychologische Unterstützung auf medizinischer Basis und beruht auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. An der UMG betreuen Ärzte der Klinik für Kardiologie und Pneumonologie des Herzzentrums das Programm und Teilnehmende.

Um Raucher zu motivieren, dem Tabak zu entsagen und Tipps zu geben, wie man die Nikotinabstinenz durchhält, haben das Herzzentrum und das Krebszentrum der UMG Informationen zum Weltnichtrauchertag hier zusammengestellt. Dort finden Interessierte auch den Kontakt zur Raucherentwöhnungsambulanz der UMG, alle Termine zu den Raucherentwöhnungs-Kursen und einen Beitrag zu den häufigsten Mythen rund um das Rauchen.

Universitätsmedizin Göttingen (UMG) hilft beim Nichtrauchen

Keine Mythen, sondern harte Zahlen sind die, mit denen Nichtraucherkampagnen werben: Schon fünf Tage nach dem Aufhören zu Rauchen sinkt die Wahrscheinlichkeit von Herzanfällen, nach fünf Jahren das Risiko von Schlaganfällen gar um 50 Prozent, nach zehn Jahren für Lungenkrebs um 50 Prozent. 15 Jahre später haben Aufhörer das selbe Risiko von Herzkrankheiten wie Nichtraucher.

Dr. Maike Johannsen UMG-Kursleiterin
Dr. Maike Johannsen, UMG-Kursleiterin. © UMG

Rauchen ist also risikobehaftet – und Raucher „sollten regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung gehen, um mögliche Erkrankungen frühzeitig zu erkennen“, wie Dr. Tobias Overbeck, Oberarzt und auch stellvertretender Leiter des UMG-Lungentumorzentrums. „Bei den Untersuchungen können die Ärzte abklären, ob es sich bei Symptomen wie Husten, Atemnot oder Gewichtsverlust möglicherweise um Lungenkrebs handelt.“

Untersuchungen: Lungenkrebs und andere Gefahren von Tabakkonsum

Künftig können auch Niedrigdosis-Computertomografie-Untersuchungen – Lungenkrebs-Screenings“ dabei helfen, Lungenkrebs bei stark Rauchenden und Ex-Rauchenden früh zu erkennen. „Die einzig wirklich wirksame Methode Lungenkrebs vorzubeugen ist allerdings, mit dem Rauchen aufzuhören“, betont Overbeck. Gefährdet sind viele: Denn etwa 13 Prozent aller Todesfälle in Deutschland sind auf das Rauchen zurückzuführen.

Dr. Tobias Overbeck UMG-Lungentumorzentrum
Dr. Tobias Overbeck vom UMG-Lungentumorzentrum. © UMG

In Niedersachsen übrigens wurden im Corona-Jahr 2020 Laut der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) etwa 600.000 Menschen wegen Tabakabhängigkeit, Entzugserscheinungen, akuten Tabak-Rauschs und psychischer Probleme wegen Tabak behandelt. Das waren 58 Prozent mehr als 2010. Noch kritischer ist die Lage in Thüringen: Dort stieg der Anteil der Exzessiv-Raucher um 140,5 Prozent. (tko)

Das Krebszentrums der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) bietet regelmäßig Veranstaltungen zum Thema Magen- und Darmtumore an.

Weltnichtrauchertag – Kurse und Tabakentwöhnungsambulanz an der UMG

Bundesweit steht der Aktionstag der Deutschen Krebshilfe und des Aktionsbündnisses Nichtrauchen 2022 unter dem Motto „Save (y)our Future #LebeRauchfrei“. Der Aufruf rückt die individuelle und die kollektive Gesundheit in den Blick. Denn: Tabakprodukte stellen nicht nur für deren Konsumenten ein hohes Gesundheitsrisiko dar, sie schädigen auch die Umwelt und das Klima. Dies wirkt sich lokal und global negativ auf die Gesundheit aus. Die nächsten Kurse starten am 9./13. und 21. Juni sowie 29. und 30. August. Der Kurs kostet 150 Euro. Regulär erstatten die Krankenkassen mindestens 75 Euro. Die ärztliche und wissenschaftliche Leitung der Entwöhnungsambulanz haben Prof. Tobias Raupach und Dr. Cordula Buck. (tko)

Anmeldung hier oder bei Dr. Maike Johannsen, Tel. 0551/39 66 322, E-Mail: rauchfrei@med.uni-goettingen.de

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