Göttingen: Lehrkräftefortbildung startet im Herbst

Weltenschreiber in Göttingen geht in die zweite Phase

Lyrikerin Uljana Wolf.
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Lyrikerin Uljana Wolf.

„Heutzutage machen drei Pointen und eine Lüge einen Schriftsteller“, schrieb der große Göttinger Dichter Georg Christoph Lichtenberg in den 1770er Jahren in seinem „Sudelbuch“. Doch was macht einen guten Schriftsteller aus?

Göttingen – Wie funktioniert Literatur überhaupt und wie kann man literarisches Schreiben erlernen? Fragen wie diese haben das Projekt „Weltenschreiber“ entstehen lassen, ein Literaturvermittlungsprogramm für Kinder und Jugendliche, das von der Robert Bosch Stiftung gefördert wird. An drei Standorten deutschlandweit – einer davon ist das Literarische Zentrum in Göttingen – startet der „Weltenschreiber“ nun in seine zweite Phase.

Zum Auftakt haben Lehrkräfte die Möglichkeit, sich für eine Fortbildung unter „Literarisches Schreiben im Deutschunterricht“ anzumelden. Anmeldungen über die Veranstaltungsdatenbank vedab.de bis zum 20. September. Zu finden sind die Angebote unter den Nummern KGÖ.NLF20.40.02 (Modul A Lyrik) und KGÖ.NLF20.40.03 (Modul B Prosa).

Lyrikerin Uljana Wolf und Prosaautor Markus Orths unterrichten ab Oktober 2020 für 18 Monate dann jeweils 15 Lehrkräfte. Das Ziel ist es, das Schreiben von literarischen Texten im Unterricht zu verankern. Zur Anmeldung aufgerufen sind Deutschlehrkräfte in ganz Niedersachsen, wie das Literarische Zentrum in Göttingen mitteilt.

Prosa-Autor Markus Orths.

Unterstützt werden Wolf und Orths von der Fachdidaktik Deutsch der Uni Göttingen. Im Zentrum soll zuerst das Ausprobieren stehen: Wie lernt und lehrt man literarisches Schreiben?

Schon in der ersten Phase des Projekts „Weltenschreiber“, das 2018 gestartet wurde, hatte es eine solche Fortbildung für Lehrkräfte gegeben. Es nahmen Lehrer aus Niedersachsen teil – und waren begeistert, wie die Evaluation der Fern-Uni Hagen für alle drei Projektstandorte ergab.

Insbesondere in den Punkten „Kompetenzzuwachs“ und „Nachhaltigkeit/Transfer in den eigenen Deutschunterricht“ habe die Fortbildung „großartige Evaluationseregebnisse“ erzielt, berichtet Gesa Husemann, stellvertretende Leiterin des Literarischen Zentrums und dort mit dem „Weltenschreiber“ betraut. Für so manchen war es sogar „die beste Fortbildung für das Unterrichtsfach Deutsch, die ich erlebt habe“, wie eine Teilnehmerin in Göttingen sagte.

Zeitgleich zur Lehrerfortbildung gestalten drei erfahrene Autoren mit jeweils einer Lehrkraft einen Teil des Deutschunterrichts in drei Schulen in Göttingen und der Region. In Runde zwei dabei sind das Hainberg-Gymnasium (HG) mit Autorin Lena Gorelik, die KGS Moringen mit Dalibor Markovic und das Felix-Klein-Gymnasium (FKG) mit Marina Schwabe.

Neu im „Weltenschreiber“-Programm ist die Kooperation mit dem Institut für Literarisches Schreiben & Literaturwissenschaft der Uni Hildesheim. Geleitet von Autoren werden dort drei Seminare pro Semester angeboten, die sich auf die Literaturvermittlung an Kinder und Jugendliche konzentrieren.

Weitere Informationen gibt es auf zu.hna.de/schreiben0920. (Andreas Arens)

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