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Weltenschreiber-Schreibwerkstätten: Zugang zur Literatur schaffen

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Von: Kira Müller

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Einzeln oder im Team: Bei der Abschluss-Lesung der Weltenschreiber-Schreibwerkstätten wurden die Texte der Schülerinnen und Schüler vorgestellt.
Einzeln oder im Team: Bei der Abschluss-Lesung der Weltenschreiber-Schreibwerkstätten wurden die Texte der Schülerinnen und Schüler vorgestellt. ©  Literarisches Zentrum/Mara Becker/nh

Ein Jahr lang beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler aus Göttingen, Moringen und Uslar mit literarischem Schreiben. Die Ergebnisse sind beachtlich.

Göttingen – Zum vierten Mal endete das vom Literarischen Zentrum in Göttingen veranstaltete Projekt „Weltenschreiber“-Schreibwerkstätten in Göttingen, Uslar und Moringen.

Ein Schuljahr lang beschäftigen sich Schüler und Lehrer gemeinsam mit Autoren mit literarischem Schreiben. „Die ästhetische Praxis des literarischen Schreibens hat im klassischen Deutschunterricht bisher keinen festen Platz“, begründen die Initiatoren das Projekt.

So nahmen in diesem Jahr die Sollingschule Uslar (8. Klasse) mit Unterstützung von Autorin Marina Schwabe; die Kooperative Gesamtschule Moringen (7. Klasse) gemeinsam mit Autor Dalibor Markovic sowie das Theodor-Heuss-Gymnasium (10. Klasse) mit Autorin Lena Gorelik teil. Das Projekt nahm etwa ein Drittel des regulären Deutschunterrichtes ein. Dabei konnten gemeinsame Texte im Team oder auch Einzeltexte verfasst werden. Das Thema konnten die Schüler selbst wählen. Nur manchmal haben die Lehrer Vorschläge, Impulse oder Rahmenbedingungen gegeben. „Die Schüler hatten nicht immer Lust, aber das ist ganz normal“, sagt Fabian Hesse, der betreuende Lehrer der Sollingschule. „Aber bei manchen konnten wir auch die Leidenschaft für die Literatur wecken.“ Es sei besonders schön, wenn Lehrer und Schüler ein ganzes Jahr zusammen an langen oder kürzeren Texten arbeiten – so könnten die Schüler in das Thema „hinein wachsen“.

„Wir haben beobachtet, dass viele im Team impulsiver und kreativer waren. Aber auch die Einzelinterpreten waren mit Eifer bei der Sache: Viele sehen ihren Text wie ihr Baby“, so die Lehrer. Doch eins war für alle gleich: Sie mussten Verantwortung für ihre Texte tragen. „Viele saßen wochenlang am selben Text und haben das erste Mal so richtig gelernt, was es heißt, einen Text zu überarbeiten. Nur weil man fertig ist, heißt das nicht, dass man fertig ist“.

Ein Ziel war es, die Schüler zu sensibilisieren: „Den Text als Ganzes sehen und ihn zu überarbeiten – das war wohl die größte Herausforderung“, sagt Dirk Kollar, Lehrer der Gesamtschule Moringen.

Es gehe nicht darum, dass alle den Funken sofort aufnehmen, aber mit zwei bis drei Kindern habe das wirklich was gemacht, erzählen die Lehrkräfte. „Die Schüler werden selbstbewusster, Potenziale werden neu erkannt und es wird ein Zugang zur Literatur geschaffen“.

Etwa 90 Schüler waren Teil der Abschluss-Lesung im Literaturhaus Göttingen; 59 ihrer Texte wurden in einem Buch zusammengefasst und veröffentlicht. (Kira Müller)

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