Weltraumexperimente mit Rose und Schaumkuss

Zukunftstag am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung: Klaus Gräbig präsentierte den Kindern eine schockgefrorener Rose, ehe er sie in tausend Stücke zerspringen ließ. Foto: Niesen

Göttingen. Begeistert haben am Donnerstag 37 Mädchen und Jungen aus verschiedenen Schulen Südniedersachsens am ersten Zukunftstag des 2014 neu bezogenen Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Göttingen teilgenommen.

Ein Highlight war die Teilnahme an zwei Experimenten, mit denen die Instituts-Mitarbeiter die Einsatztauglichkeit von Instrumenten im Weltall prüfen. Denn sie müssen nicht nur perfekt in der Luftleere des Alls funktionieren sondern auch extremen Temperaturschwankungen zwischen plus 100 Grad Celsius auf der Sonnenseite und minus 170 Grad auf der Schattenseite standhalten.

Zur Verblüffung der Kinder und Jugendlichen nutzten Techniker Klaus Gräbig und sein Kollege Marco Strowitzki dazu die beliebten und schmackhaften Schaumküsse mit Zartbitter-Schokoladenüberzug und rote Rosen, mit denen sie die Verfahren modellhaft darstellten.

Einen Schaumkuss packten sie unter eine Glasglocke und pumpten dann die Luft heraus. Vorher fragten sie die Kids, was passieren würde. Die Antworten kamen prompt. „Der Schaumkuss platzt.“ Theoretisch richtig, weil sich die Luftblasen im Inneren der Leckerei ausdehnen können. In der Praxis nicht ganz richtig, weil die Masse doch eine erstaunliche Zähigkeit beweist. Die Schokohülle platzte zwar , die Schaummasse dehnte sich aber nur um rund ein Drittel ihrer Größe aus.

Kaum strömte die Luft wieder unter die Glocke schrumpfte der Schaumkuss auf seine ursprüngliche Größe. Der zehnjährige Joshua vom Northeimer Gymnasium Corvinianum ließ sich nicht lange bitten und biss erst zaghaft, dann beherzt in den Schaumkuss und stellte mit einem strahlendem Lächeln fest: „Er schmeckt sehr gut.“

Mit einer Rose demonstrierte Klaus Gräbig anschließend, was passiert, wenn sie in minus 196 Grad Celsius kalten, flüssigen Stickstoff gesteckt wird. Schockgefrostet zerplatzt sie schon beim vorsichtigen Klopfen auf den Boden in tausend winzige Stücke.

Aber auch hinter die Kulissen der Technik konnten die Kinder schauen und vor allem sie auch ausprobieren. So bauten Constantin und Benedikt (beide 14) unter der Leitung von Fachinformatiker Lukas Stark einen PC zusammen. Carla Wiles, Fachinformatikerin im ersten Ausbildungsjahr, machte Mädchen Mut, in den Beruf zu gehen. „Ich habe keine Akzeptanzprobleme.“

Pressesprecherin Dr. Birgit Krummheuer erläuterte unterdessen anhand des Modells des Kometen Tschuri in der Eingangshalle des Instituts den Ablauf der Rosetta-Mission mit seiner Landeeinheit Philae. Sie ist die zurzeit bekannteste Mission des Instituts und wird weltweit mit Hochspannung verfolgt. (zhp)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.