Corona lässt Quote steigen

Weniger Arbeitslose als sonst finden einen neuen Job in Südniedersachsen

Die Corona-Krise macht sich immer mehr auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar: Zum zweiten Mal hintereinander ist die Zahl der Arbeitslosen in Südniedersachsen deutlich angestiegen.

Im Mai waren in den Landkreisen Göttingen und Northeim 15 300 Menschen arbeitslos gemeldet – 797 beziehungsweise 5,5 Prozent mehr als im April. Das macht sich auch bei der Arbeitslosenquote bemerkbar. Sie stieg von 5,3 Prozent (Ende März), über 6,0 Prozent (Ende April) auf aktuell 6,3 Prozent.

Im Bereich Hann. Münden liegt die Arbeitslosenquote aktuell bei 5,7 Prozent, plus 0,3 Prozent im Vergleich zum April. Im März lag die Quote noch bei 4,9 Prozent. Im Bereich der Drei-Flüsse-Stadt sind 1282 Menschen arbeitslos, 198 mehr als im Monat März.

Klaus-Dieter GläserChef der Arbeitsagentur Göttingen

Besonders stark stieg die Zahl der Arbeitslosen bei der Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosengeld I), die von der Agentur für Arbeit verantwortet wird. „Der Bereich der Arbeitslosenversicherung bekommt konjunkturelle Schwankungen zuerst zu spüren“, sagt Klaus-Dieter Gläser, Chef der Göttinger Agentur für Arbeit. „Wir haben normalerweise hohe Bewegungszahlen im Bestand, das heißt, viele Menschen melden sich nach ihrem Arbeitsplatzverlust, und viele Arbeitslose können zeitnah einen neuen Arbeitsplatz finden.“ Im Moment sieht die Situation aber anders aus: Es gibt zahlreiche Betroffene, die ihren Job verlieren, aber nur vergleichsweise wenige Glückliche, die schnell einen neuen Arbeitsplatz finden.

Die Arbeitsagentur meldet auch einen kleinen Lichtblick: Der Tiefpunkt bei der Nachfrage nach neuen Arbeitskräften scheint überwunden. Wurden im April nur 675 neue Stellen gemeldet, so waren es im Mai 1118 neue Angebote – ein Plus von knapp 66 Prozent. Aktuell können Arbeitssuchende in Südniedersachsen zwischen 3784 offenen Stellen wählen.

Weit mehr als 4000 Betriebe in Südniedersachsen sind weiterhin von Kurzarbeit betroffen. Allein im Mai zeigten 279 weitere Unternehmen mit knapp 3000 Beschäftigten bei der Agentur für Arbeit Kurzarbeit an.

Offene Ausbildungsstellen per App finden

Für junge Leute gibt es ein zeitgemäßes Angebot, um sich einen Überblick über offene Lehrstellen zu verschaffen. Dazu kann man die App „AzubiWelt“ auf das Android- oder Apple-Smartphone laden. Die Suche nach einzelnen Ausbildungsberufen ist möglich. Außerdem können der Ort und der Umkreis für die Suche festgelegt werden. Aktuell sind 1398 Lehrstellen in der Region noch nicht abschließend besetzt. Weitere Infos gibt es bei der Berufsberatung unter Tel. 0551/52 03 50.

Rubriklistenbild: © Bernd Schlegel

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