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Göttinger Theaterwerkstatt bringt Corona-Vorstellung auf die Bühne

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Von: Ute Lawrenz

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Göttingen Theaterwerkstatt Premiere „Plötzlich wird alles anders“ Corona Theaterstück
Göttingen Theaterwerkstatt Premiere „Plötzlich wird alles anders“ Corona Theaterstück © Theaterwerkstatt

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Kinder in sozialen Brennpunkten – das zeigt das Theaterstück „Plötzlich war alles anders“ in Göttingen.

Göttingen – „Plötzlich war alles anders“ heißt das Theaterstück von Thea Brende alias Dorothea Derben über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Kinder in sozialen Brennpunkten.

In der Regie der Autorin hat dieses Gegenwartsstück im Kulturzentrum musa Premiere gefeiert. Nach einer knappen Stunde zeigte sich das rund 25-köpfige Publikum aus Kindern und Erwachsenen – mit Mund-Nasen-Schutz - begeistert.

Die Geschichte ist eingängig; Zwei Frauen, die gemeinsam ein Kinderzentrum leiten, wollen die Arbeit präsentieren, die sie während der Pandemie geleistet haben.

Rhythmischer Gesang und Illustrationen wie aus einem Kinderbuch

Ihr Ziel ist es, dafür einen Preis zu bekommen – das bedeutet mehr Geld, für ihre Arbeit. Kurz vor dem Besuch der Jury gehen sie ihre Darstellung ein letztes Mal durch. Dabei treten viele Probleme zu tage.

Zu rhythmischem Gesang richtet Madita (Anna Marzinzik) den Anfang der Präsentation ein, als Kollegin Kim (Martha-Angel Gräbenitz) eintrifft. Keinesfalls frei von Diskussionen beginnen die beiden ihren Testdurchlauf, bei dem sie die gravierendsten Probleme herausstellen.

Als Gliederungshilfe nutzen sie Illustrationen wie aus einem Bilderbuch, die Szenen aus der Pandemiezeit festhalten – die Kölner Künstlerin Anika Voigt hat sie für die Inszenierung gezeichnet.

Unaufwändig und überzeugend schlüpfen die Schauspielerinnen in die Rollen

Zur Sprache kommt die Schwierigkeit, die Kinder zum Tragen der Masken anzuhalten, ihnen jede Umarmung zu verwehren. Handys seien immer dominanter geworden, ein leerer Akku - Katastrophe! „Da wurde sogar die Schule vermisst“, erinnert Madita an den ersten Lockdown.

Unaufwändig und überzeugend schlüpfen die Schauspielerinnen in die Rollen „ihrer“ Kinder: Die Pandemie habe Familien zerstört, häusliche Gewalt befördert.

Gezeigt werden traurige Geschichten wie die von Piotr, der nicht damit zurechtkommt, dass er seine Großeltern nicht sehen darf, aus der Ferne erleben muss, wie beide sterben. Aufrüttelnd die Episode, in der zwei Schüler Madita und Kim um Hilfe bei den Hausaufgaben anflehen.

„Dorothea, das war sehr schön“

Dass die Szenen so authentisch wirken, liegt zum einen an dem sehr direkten und intensiven Spiel der Schauspielerinnen. Zum anderen hat es sicher mit der Stückentwicklung zu tun: Die Autorin hat mit vielen Kindern und Jugendlichen aus Göttinger Schulen und Betreuungseinrichtungen sowie mit ihren Betreuern gesprochen und das Theaterstück aus diesen Gesprächen entwickelt.

Vom Band hört man Kinder aus der „Arche“ in Grone, die bei der Premiere zusehen durften. „Dorothea, das war sehr schön“, sagte eines dieser Kinder am Ende. (Ute Lawrenz)

Weitere Aufführungen im Kulturzentrum musa, Hagenweg 2a in Göttingen 25. und 26.4. jeweils um 10 Uhr.

Außerdem ist die mobile Vorstellung für Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren bei der Theaterwerkstatt Göttingen per E-Mail an info@theaterwerkstatt-goettingen.de oder Telefon 0551/7703785 für Aufführungen an anderen Spielorten zu buchen.

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