Kundgebung gegen Wohnungsverkauf

„Wer badet die Profitgier aus?“: Protestaktion gegen Wohnungsverkauf in Göttingen-Grone

Eine Wohnhaussiedlung im Göttinger Stadtteil Grone.
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Der Jonaplatz im Göttinger Stadtteil Grone: In diesem Bereich besitzt die „Adler-Group“ viele Wohungen, die jetzt verkauft werden sollen.

Wegen des beabsichtigten Verkaufs von mehr als 1.000 Wohnungen in Grone findet am Samstag, 13. November, eine Protestkundgebung statt.

Göttingen – Der beabsichtigte Verkauf von mehr als 1.000 Göttinger Wohnungen der „Adler-Group“ an die „LEG Immobilien“ verunsichert viele Mieter im Stadtteil Grone. Beginn ist um 14 Uhr auf dem Jonaplatz am Nachbarschaftszentrum in Grone-Süd.

„Mit einigem Schrecken haben die Mieter erfahren, dass ihre Wohnungen schon wieder den Eigentümer wechseln sollen. Mitten in den ersten Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen platzte diese Nachricht wie eine Bombe herein“, so Verein InGrone, der mit dem Bündnis „Gutes Wohnen für alle“ und einer Mieterinitiative zu der Aktion unter dem Titel „Wer badet die Profitgier aus?“ aufruft.

„Es herrschen Verunsicherungen vor, ob und wie die Baumaßnahmen nun weitergeführt werden und – vor allem – ob die neuen Eigentümer wiederum für weitere Mieterhöhungen sorgen“, heißt in der Mitteilung von InGrone.

Diese Überlegungen lehnen sich nach Angaben des Vereins an die Tatsache an, dass Adler mit dem Wohnungsbestand in den vergangenen Jahren offenbar hohen Gewinn erzielt hat. Laut InGrone habe die Adler Real Estate (ARE) Ende 2015 den Marktwert ihres Wohnungsbestandes von 17.332 Wohnungen in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bremen auf rund 770 Millionen beziffert.

Jetzt sollen im Paket 15.350 Wohnungen für knapp 1,5 Milliarden Euro verkauft werden. Gleichzeitig stieg die Kaltmiete für Adler-Wohnungen in Grone seit 2015 um 27 Prozent auf derzeit durchschnittlich 6,12 Euro pro Quadratmeter.

Bei der Kundgebung werden Bärbel Safieh als betroffene Mieterin, Hendrik Falkenberg für den Ortsrat und Thomas Oesterreich für den Mieterverein Göttingen sprechen. Zum Abschluss soll es einen Spaziergang zur Baustelle geben, damit sich Interessierte einen Eindruck von den Belastungen durch die Arbeiten machen können.

Zur Teilnahme an der Kundgebung ruft auch das Bündnis „Gutes Wohnen für alle“ auf. Marcus Beyer von Bündnis macht mit Blick auf Wohnungsverkäufe zwischen den Immobilienkonzernen deutlich: „Es ist Zeit, dem irren Spekulationskarussell ein Ende zu bereiten und den Mietern eine vor weiteren Wechseln sichere Perspektive zu bieten.“

Aus seiner Sicht haben Stadt und ihre Wohnungsgesellschaft sowie Genossenschaften die Chance, Frieden einkehren zu lassen. Deshalb fordert das Bündnis eine „Rekommunalisierung“ der Wohnungen. (Bernd Schlegel)

gutes-wohnen-fuer-alle.de

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