Veranstaltung in der Landesvertretung

Werbung für den Literaturherbst mit Göttinger Forscherin Julia Fischer in Berlin

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Göttinger Literaturherbst in Berlin: Die Verhaltensbiologin und Affenforscherin Prof. Julia Fischer (rechts) vom Deutschen Primatenzentrum (DPZ) Göttingen sprach in der Landesvertretung Niedersachsens mit Rafaela von Bredow („Spiegel“) in Berlin.

Berlin/Göttingen – Ja ist denn schon Literaturherbst? Nein, das größte Literaturfestival Norddeutschlands in Göttingen startet „erst“ am 18. Oktober. Einen Frühstart gab es aber bereits, in der Landesvertretung Niedersachsens in der Bundeshauptstadt Berlin – mit einer Göttingerin.

Die renommierte Verhaltensbiologin und Primatenforscherin Julia Fischer, Professorin an der Universität und Deutschen Primatenzentrum (DPZ) sprach mit der Leiterin des „Spiegel“-Wissenschaftsressorts Rafaela von Bredow über ihre Forschungsarbeit, die geprägt ist von Feldstudien über viele Jahre, über die Rolle von Frauen in den Naturwissenschaften und der Affenforschung.

Zwangsläufig ging es dabei auch um die großen Affenforscherinnen und möglichen Vorbilder für Julia Fischer, die aber ungern von persönlichen Idolen spricht und – ganz Naturwissenschaftlerin – für sich ein differenziertes Betrachtungsbild von Forscherinnen-Kolleginnen und -Kollegen hat. So auch von Jane Goodall, wie Fischer auch kürzlich in einem Gespräch mit unserer Zeitung deutlich machte: „Sie war eine Pionierin, aber in der jetzigen Zeit legt man an die Forschung andere Standards an – das fängt mit theoretischen Konzepten an und hört mit quantitativen Analysen auf.“

Und Fischer sieht auch manches Vorgehen von Goodall kritisch: Diese habe im Umgang mit den Schimpansen das Unterschreiten von Grenzen zugelassen, mit Folgen für die wissenschaftlichen Ergebnisse: So habe sie die Schimpansen angefüttert und es Körperkontakt gegeben. Schimpansen berührten sie. „Die Erforschung der sozialen Organisation der Tiere wurde dadurch erschwert.“

Julia Fischer betont auch, dass sich zwar über Forscherinnen wie Goodall „das Bild der Frau, die mit Affen im Dschungel lebt, tief in unsere Vorstellungen eingegraben hat, aber auch Männer hervorragende Affenforscher sind.“

Der Auftritt Fischers in der Niedersächsischen Landesvertretung wird nicht der einzige während des Göttinger Literaturherbstes 2019 sein: Über die Feldforschung, Emotionen und deren Unterdrückung während wissenschaftlicher Beobachtungen wird Fischer mit Katja Liebal, Professorin an der FU Berlin, über den Erzählband „Emotionen im Feld“ am Mittwoch, 23. Oktober, in der Wissenschaftsreihe des „Herbstes“ ab 19 Uhr in der Paulinerkirche sprechen.

Karten für diese und alle Literaturherbst-Veranstaltungen, die nicht ausverkauft sind, gibt es hier.

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