Präsentation

Wie Integration gelingen kann: Tipps gibt es in einem Buch

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Fair bleiben: In diesem Buch werden Möglichkeiten für eine gelungene Integration vorgestellt. Darüber freuen sich (von links) Donika Canaj, Bernadette Tusch, Stefan Klingbeil, Zamira Hamzaraj, Kaja Schellenberg und Margrit Fajen-Brandes.

Nach der Ankunft in Deutschland ist für viele Geflüchtete die Integration schwierig. Natürlich ist es umso schöner, wenn dies gelingt. Zwei positive Beispiele dafür wurden jetzt bei der Präsentation des Buches „Fair bleiben – Hürden abbauen und Integration erleichtern“ im Göttinger Stadtlabor vorgestellt.

Im ersten Fall handelt es sich um die Familie Hamzaraj aus Albanien, die sich mit ihren zwei Töchtern in Bodenfelde mit der Unterstützung zahlreicher Menschen ein Bleiberecht und eine wirtschaftliche Perspektive aufbauen konnte. Im zweiten geht es um eine Familie aus dem Kosovo, deren Töchter inzwischen erfolgreich weiterführende Schulen besuchen.

Die Geschichte der Familie Hamzaraj klingt mit ihren Höhen und Tiefen und dem glücklichen Happy End fast wie ein Märchen. Dreieinhalb Jahre lang mussten sie um ihr Bleiben in Deutschland kämpfen, immer wieder Waren sie von der Abschiebung bedroht. Über den Weg eine so genannten „Ausbildungsduldung“ funktionierte es schließlich.

Als Zamira Hamzaraj mit ihren Kindern und ihren Mann in Deutschland ankam, sprach die ausgebildete Heilpädagogin damals kaum ein Wort Deutsch. In kürzester Zeit hat sie dann die für sie neue Sprache gelernt, dazu noch eine Ausbildung als Sozialassistentin absolviert, die Prüfung geschafft und eine Anstellung im evangelischen Kindergarten in Bodenfelde gefunden. Dort arbeitet sie nun seit fast einem Jahr, während ihr Mann eine Festanstellung in der Gastronomie gefunden hat.

Die Kita suchte damals eine Heilpädagogin, in Bodenfelde und in der Region kaum zu finden. Kontakte entstanden. Allerdings fehlte die Anerkennung ihrer Ausbildung in Deutschland, die sie heute auch erst nur einem Teil hat, wie sie berichtete. Das Verfahren zog sich hin, ging schließlich über den niedersächsischen Innenminister und die Härtefallkommission bis hin zur Ausbildungsduldung.

„Man muss eine gewisse Sturheit mitbringen“, sagt Kaja Schellenberg vom Verein Institut für angewandte Kulturforschung (IfaK), die die Familie betreute. Zwischendurch haben sie auch gemeinsam geweint und immer wieder gedacht: „Das kann es nicht gewesen sein.“

Letztendlich zahlte sich die Hartnäckigkeit aus. So auch wie im Fall der Kosovarin Donika Canaj, die jetzt in die 12. Klasse eines Gymnasiums geht und von einem Studium träumt.

In dem Buch „Fair bleiben“ geht es denn auch um den Weg zum Ankommen, um differenziertes Fachwissen über die Integration in den Arbeitsmarkt.

Dabei werden die Integration geflüchteter Frauen, die Herausforderungen der Arbeit im ländlichen Raum und die spezifischen Bedürfnisse ankommender Jugendlicher beleuchtet. Zentral ist die Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren, Arbeitgebern, Kammern, Schulen, und den Trägern der Erwachsenenbildung, die die Grundlage für das Gelingen ist, stellte Stefan Klingbeil dar.  zhp

Neuerscheinung: „Fair Bleiben“, herausgegeben von Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen, Band 21 der Göttinger Kulturwissenschaftlicher Schriften, ISBN 978-3-9814152-7-8, Bezug unter Tel. 0551/487141 ifak-goettingen.de/bibliothek

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