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Wieder Sprechstunden im Gesundheitsamt: HIV und Aids sind immer noch da

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Von: Bernd Schlegel

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Es gibt wieder regelmäßige HIV-Test- und Beratungsangebote beim Gesundheitsamt in Göttingen: Darüber freuen sich (von links) Beraterin Christine Mahler, Sozialdezernentin Anja Krause, Simone Kamin von der Aidshilfe, Amtsleiterin Angelika Puls und Beraterin Anna Gunia.
Es gibt wieder regelmäßige HIV-Test- und Beratungsangebote beim Gesundheitsamt in Göttingen: Darüber freuen sich (von links) Beraterin Christine Mahler, Sozialdezernentin Anja Krause, Simone Kamin von der Aidshilfe, Amtsleiterin Angelika Puls und Beraterin Anna Gunia. © Bernd Schlegel

Für HIV/Aids gibt es jetzt wieder eine spezielle Sprechstunde im Gesundheitsamt in Göttingen. Dort hat das Thema Corona für lange Zeit die Arbeit beherrscht.

Göttingen – Während der Corona-Krise konnte das Gesundheitsamt für Stadt und Landkreis Göttingen keine Sprechstunden für HIV und Aids anbieten. Jetzt gibt es einen Neustart des wichtigen Gesundheitsangebots.

Bekämpfung der Corona-Krise hatte Vorrang

Während der Corona-Hochphase mussten die Ressourcen des Amtes in die Bekämpfung dieser Krankheit fließen. Ab dem 13. Dezember werden wieder dienstags von 10 bis 12 Uhr sowie donnerstags von 13 bis 15 Uhr Tests sowie Beratungen zum Thema „Humanes Immundefizienz-Virus“ (HIV) angeboten, das das „Erworbene Immunschwächesyndrom (Aids) auslösen kann. Auch um andere sexuell übertragbare Krankheiten, zum Beispiel Syphilis, Chlamydien und Tripper, geht es bei den Sprechstunden im Gesundheitsamt in der Uni-Stadt.

„Vor der Corona-Krise hatten wir etwa 50 HIV-Tests im Monat“, sagt Amtsleiterin Angelika Puls. Sie geht davon aus, dass diese Zahl nun auch wieder erreicht wird. Gleichzeitig betont sie, dass die Tests und Beratungen vollkommen anonym und vor allem kostenlos sind.

30 Interessenten kamen zum Testen ins Gesundheitsamt

Bei einem ersten Testangebot in dieser Woche kamen etwa 30 Interessenten. Ein Teil von ihnen musste deshalb auf weitere Termine vertröstet werden. Im Gesundheitsamt werden Labortests angeboten, die etwa sechs Wochen nach einer möglichen HIV-Infektion ein sicheres Ergebnis zeigen.

Seit einiger Zeit bietet die Göttinger Aidshilfe Schnelltests an - auch während der Corona-Krise gab es regelmäßig diese anonymen und kostenlosen Schnelltests, die etwa zwölf Wochen nach einer vermeintlichen HIV-Risikosituation eine HIV-Infektion sicher ausschließen können. Dieses Angebot wird nach Angaben von Simone Kamin aus dem Geschäftsführungsteam der Aidshilfe fortgeführt. Unter anderem dafür ist die Einrichtung allerdings auf Spenden angewiesen.

Frühe HIV-Therapie ermöglicht „gutes und langes Leben“

Gleichzeitig betont Kamin, dass Menschen mit HIV heute leben, lieben und arbeiten können, wie alle anderen auch: „Eine frühzeitig begonnene HIV-Therapie ermöglicht ein gutes und langes Leben.“ Die Medikamente schützen sogar Sexpartnerinnen und -partner vor einer Übertragung des Virus – das ist wissenschaftlich bewiesen und wird „Schutz durch Therapie’ genannt. Im Alltag kann HIV ohnehin nicht übertragen werden.“

Nach wie vor ein großes Problem ist das Thema Diskriminierung: „Leider findet Diskriminierung auch dort statt, wo man sie am wenigsten erwarten sollte – im Gesundheitssystem. Fehlender Wissensstand und unbegründete Infektionsängste aufseiten des Fachpersonals bedeuten für HIV-positive Patientinnen und Patienten nicht selten Ungleichbehandlung bis hin zu Behandlungsverweigerungen“, sagt Beraterin Caroline Herberhold von der Aidshilfe.

Beratung und Aufklärung

Beim Thema Beratung und Aufklärung zum Thema HIV/Aids kommt auch wieder das Gesundheitsamt ins Spiel. Mitarbeiter der Einrichtungen machen vielfältige Angebote in diesem Bereich – zum Beispiel für Schulen oder auch für Unternehmen. Weitere Informationen gibt es hier.

Kontakt: Gesundheitsamt für Stadt und Landkreis Göttingen, Theaterplatz 4, 37073 Göttingen, Tel. 0551/400-4802. (Bernd Schlegel zu.hna.de/gesundgoe1222

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