„Haus des Wissens“ soll in der Zoologie entstehen – Grüne sind dagegen

Uni will Museum am Bahnhof

Günstigere Alternative: Das Zoologische Institut , in dem es auch schon ein Museum gibt, soll laut Präsiditum der Uni einmal das „Haus des Wissens“ beherbergen. Darin sollen alle Sammlungen der Universität untergebracht werden. Foto: Kopietz
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Günstigere Alternative: Das Zoologische Institut , in dem es auch schon ein Museum gibt, soll laut Präsiditum der Uni einmal das „Haus des Wissens“ beherbergen. Darin sollen alle Sammlungen der Universität untergebracht werden.

Göttingen. Die Diskussion um das universitäre Museum „Haus des Wissens“ geht weiter. Die Universität möchte die Sammlungen in dem Zoologischen Institut am Bahnhof unterbringen. Die Grüne Ratsfraktion bedauert, dass sich das Präsidium darauf festgelegt hat, die Zoologie zum Museum zu machen.

Die Grünen nämlich favorisieren das nur 500 Meter von der Zoologie entfernte, an der Kreuzung Weender Tor gelegene Auditorium als Standort für ein Uni-Museum, in dem die bislang an verschiedenen Orten in der Stadt verteilten Sammlungen vereint gezeigt werden können.

„Das Auditorium wäre besser geeignet, weil er städtebaulich an der wichtigsten Schnittstelle zwischen Stadt und Universität liegt“, sagt Sascha Völkening. Auch wäre das Auditorium das weitaus repräsentativere Gebäude.

Die Entscheidung des Präsidiums, mitgetragen vom Senat, wie Uni-Pressesprecher Thomas Richter sagt, war kürzlich bei einer Veranstaltung in der Sternwarte bekannt geworden. Dabei hatten Uni-Präsidentin Prof. Ulrike Beisiegel und Dr. Marie Luise Allemeyer als Projektleiterin „Haus des Wissens“ bekräftigt, dass man an dem Projekt festhalten wolle, auch weil es modellhaft für Europa sei.

Für das Zoologie-Gebäude sprechen auch die Kosten, weil hier abschnittweise gebaut werden kann. „Das Gebäude bietet mehr Reserven als das Auditorium“, sagt Thomas Richter auf Anfrage. „Es ist mehr Platz für die Ausstellung vorhanden und man könnte auch die zweite Etage nutzen.“ Außerdem sei ausreichend Lagerraum vorhanden.

„Wir können dort ein großes Museum einrichten.“ Das Museum solle auf jeden Fall ein Ort sein, an dem man sich treffe, sagte Marie Luise Allemeyer. Auch deshalb sei der Standort am Bahnhof ein guter, bilanziert Richter.

Mit der Entscheidung für den Standort Bahnhof setze die Universität mehr auf ein überregionales Publikum, kritisieren hingegen die Grünen. Sascha Völkening bezweifelt sogar, ob die Sammlungen die Qualität und Strahlkraft einer solch überregionalen Ausrichtung haben. Gleichzeitig spricht Völkening in der Pressemitteilung aber auch von „teilweise hochwertigen Sammlungen der Universität“.

Die Grünen wollen dennoch dem Projekt „Haus des Wissens“ eine Chance geben, auch, weil sie es 2004 mit der SPD in einem Antrag angeschoben hätten. Sie würden daher weiter konstruktiv mitarbeiten.

Bis es zur Einweihung eines „Haus des Wissens“ – wo auch immer – kommt, dürfte noch viel Wasser die Leine hinunterfließen, wie Thomas Richter andeutet: „Das Geld für das Museum ist ja noch gar nicht da, wir müssen es erst noch suchen.“

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