Willi Weitzel mit Kindern auf dem Weg ins Paradies

+
Sympathisch: Das strahlende Lächeln gehört einfach zu Willi Weitzel, der hier Autogramme gibt.

Göttingen. Angekündigt waren 90 Minuten, aber die Veranstaltung „Willis wilde Wege“ im fast ausverkauften Kino 9 des Göttinger Cinemaxx dauerte mit Autogrammstunde drei Stunden.

Der schlagfertige Willi Weitzel und sein Team lieferten eine geschickt choreografierte Reise-Show, in der Filme sich mit Interaktionen abwechselten. Dadurch konnten die jungen Zuschauer ihren Bewegungsdrang befriedigen. Die begleitenden Erwachsenen folgten willig der Aufforderung des aus dem Fernsehen bekannten Reporters und Entertainers, ihr inneres Kind freizuschaufeln. Willi machte natürlich auch mit, trotz schwerer Erkältung.

Der sympathische, jugendlich wirkende 42-Jährige im Karo-Hemd hatte fünf Beiträge im Gepäck, Mischungen aus Foto-Show und gefilmten Sequenzen. Manchmal kam der Ton vom Band, meist kommentierte Willi live.

Die Themen waren interessant für Groß wie Klein, keines konfliktfrei, nichts wurde beschönigt. Da war zunächst die Angst alleine im Wald bei Nacht. Es folgte die Darstellung der Strapazen und Freuden beim Weg von München über die Alpen nach Venedig – zu Fuß und auf dem Fahrrad.

Besonders beeindruckend war der Film „Deutsche Kinder helfen syrischen Kindern“. Nach einer privaten Spendenaktion, woran sich auch viele Kinder beteiligten, machten sich Willi Weitzel und sein Bruder auf, um einen gesponserten LKW mit Spielzeug und Hilfsgütern zu einem Lager mit illegalen syrischen Flüchtlingskindern in der Türkei zu bringen. Pech gehabt: Der türkische Zoll gestattete nicht die Einfuhr der gebrauchten Güter. Stattdessen wurden diese an syrische Flüchtlinge in Bulgarien gespendet. Dass die Weitzel-Brüder nach den erschütternden Chaos-Szenen bei der Verteilungsaktion überhaupt weiterfuhren, war bewundernswert. In der Türkei wurde von den Spendengeldern neu eingekauft, und der bei weitem nicht mehr so volle LKW erreichte doch noch sein Ziel.

Dramatisch und trotzdem lustig war der nächste Film: Wie kommt man heute mit dem Esel von Nazareth nach Bethlehem, wo man doch die Grenze mit hohem Grenzzaun zwischen Israel und Palästina passieren muss, und wie lange werden Josef und Maria wohl damals gebraucht haben.

Im Bonbon-Film trampte Willi mit einem Pappschild, worauf als Zielort „Paradies“ stand. Sein Begleiter filmte die Begegnungen, die daraus entstanden, und die Orte, zu denen Willi geführt wurde. Nicht unerwartet, waren die schönsten der gezeigten Paradiese Perlen der Natur. Ganz pädagogisch ließ sich Willi zum Schluss von den Kindern versprechen, dass sie niemals trampen würden.

Vor dem Autogrammtisch bildete sich eine lange Schlange, die Willi freundlich und mit einem persönlichen Wort für jeden abarbeitete.

Von Anne-Lise Eriksen

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.