Windkanal im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt wird 50 Jahre alt

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Flugzeugmodell im Windkanal: Am Standort Göttingen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt kann das Verhalten simuliert werden.

Göttingen. Von den Anfängen der Airbus-Familie bis zum Eurofighter und dem Militärflugzeug A400M – in einem der bedeutendsten Windkanäle Deutschlands wird am Göttinger Standort des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) seit 50 Jahren Luftfahrtforschung betrieben.

Die Einrichtung wird nach wie vor für die Erforschung künftiger Raumfahrzeuge, Flugzeuge und Hubschrauber eingesetzt.

Betrieben wird der Windkanal von der Stiftung Deutsch-Niederländische Windkanäle (DNW), einer 1976 gegründeten gemeinsamen Tochter des DLR und des Niederländischen Luft- und Raumfahrtlaboratoriums (NLR).

In der Einrichtung kann simuliert werden, wie sich Flugzeuge im so genannten transsonischen Bereich nahe der Schallgeschwindigkeit (etwa 1000 Stundenkilometer) und darüber hinaus (bis zu mehr als zweifacher Schallgeschwindigkeit) verhalten. „Für diesen Geschwindigkeitsbereich ist der Göttinger Windkanal die wichtigste Anlage Deutschlands“, sagt Professor Georg Eitelberg, Direktor der Stiftung.

Riesen-Leistung

Der 50 Meter lange und zwölf Meter hohe Windkanal hat einen Wert von 45 Millionen Euro. Ein Verdichter lässt mit einer Leistung von bis zu 12 Megawatt Luft an maßstabsgetreuen Modellen in einer 1 x 1 Meter großen Messstrecke vorbeiströmen. Mithilfe modernster Technik kann diese Strömung sichtbar gemacht und vermessen werden. Der Strom, den der Windkanal bei einem Betrieb über einen Tag benötigt, entspricht dem, was in der Stadt Northeim in der gleichen Zeit verbraucht wird.

Der Windkanal wurde 1963 in Betrieb genommen, um die nach dem Zweiten Weltkrieg wiedererstandene deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie zu unterstützen. „Vergleichbare Anlagen gab es damals in Deutschland nicht“, sagt Dr. Karl-Wilhelm Bock, Leiter der Stiftung in Göttingen und Köln. 1992 sowie 2009 wurde der Windkanal umfangreich modernisiert. Dabei sind seine Leistungen deutlich ausgebaut worden.

Der Transsonische Windkanal ist die wichtigste Anlage, die die deutsch-niederländische Stiftung auf dem Gelände des DLR-Standortes in Göttingen betreibt. Testeinrichtungen befinden sich außerdem in den Niederlanden sowie in Braunschweig und Köln. Hauptaufgabe der Stiftung sind Windkanal-Untersuchungen im Auftrag der internationalen Luft- und Raumfahrtindustrie oder für die Grundlagenforschung.

Fotos vom Windkanal

50 Jahre Windkanal in Göttingen

50 Jahre Windkanal in Göttingen
50 Jahre Windkanal in Göttingen © DLR
50 Jahre Windkanal in Göttingen
50 Jahre Windkanal in Göttingen © DLR
50 Jahre Windkanal in Göttingen
50 Jahre Windkanal in Göttingen © DLR
50 Jahre Windkanal in Göttingen
50 Jahre Windkanal in Göttingen © DLR
50 Jahre Windkanal in Göttingen
50 Jahre Windkanal in Göttingen © DLR
50 Jahre Windkanal in Göttingen
50 Jahre Windkanal in Göttingen © DLR
50 Jahre Windkanal in Göttingen
50 Jahre Windkanal in Göttingen © DLR
50 Jahre Windkanal in Göttingen
50 Jahre Windkanal in Göttingen © DLR
50 Jahre Windkanal in Göttingen
50 Jahre Windkanal in Göttingen © Schlegel
50 Jahre Windkanal in Göttingen
50 Jahre Windkanal in Göttingen © DLR

Beispiele für Auftragsmessungen im Göttinger Windkanal sind wiederverwendbare Raumfahrzeuge ähnlich dem Space Shuttle, elastische Tragflügel für Transportflugzeuge oder leise Hubschrauberrotoren. Für die Grundlagenforschung werden neuartige Steuerungssysteme, der Strömungslärm in Passagierflugzeugen oder der Einfluss von Böen und Turbulenzen auf Flugzeuge untersucht. Pro Jahr werden im Göttinger Windkanal Messungen im Wert von mehr als 2,5 Millionen Euro vorgenommen. (bsc)

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