Hameln jetzt als Standort im Rennen

Aus für Großleitstelle in Göttingen

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Göttingen. Eine Kooperative Leitstelle für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst wird es in Göttingen nicht geben. Denn die Polizeidirektion Göttingen hat sich aus dem Vorhaben zurückgezogen. Grund hierfür sind wirtschaftliche Überlegungen.

Das teilte Polizeisprecher Jonas Tornow auf HNA-Anfrage mit. Im Juli 2012 schien klar zu sein: Die gemeinsame „Kooperative Leitstelle“ für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste der Landkreise Göttingen, Northeim, Osterode und Hildesheim kommt nach Göttingen. Aus dem Innenministerium kamen zumindest keine gegenteiligen Aussagen mehr dazu. Im März 2013 hatte das Land Niedersachsen sowie Stadt und Landkreis Göttingen eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Schon Anfang 2015 sollte die Großleitstelle in Betrieb gehen. Der 2000 Quadratmeter große Neubau sollte für 10,5 Millionen Euro auf dem Gelände der Berufsfeuerwehr an der Breslauer Straße entstehen, 20 Leitstellenplätze sowie Technik- und Sozialräume enthalten.

Aktualisiert um 18.30 Uhr

„Aus wirtschaftlichen Gründen wurde nun entschieden, dass sich die Polizei an diesem Neubau und den weiteren Planungen nicht beteiligt“, heißt es nun bei der Polizeidirektion Göttingen. Stattdessen soll die Lage- und Führungszentrale in Göttingen ausgebaut und mit einem neuen Einsatzleitsystem ausgestattet werden. Diese wird „auch zukünftig für das Notruf- und Einsatzmanagement im Gebiet der Polizeiinspektion Göttingen und Northeim/Osterode zuständig sein.“ Eine Verlegung nach Hameln sei nicht geplant. Mit dem Landkreis Hameln-Pyrmont bestünden seit 2008 Kooperationen. Die Kooperative Regionalleitstelle Weserbergland in Hameln ist bereits für die Landkreise Hameln-Pyrmont, Holzminden, Nienburg und Schaumburg zuständig. Eine Erweiterung um das Gebiet der Polizeiinspektion Hildesheim ist geplant.

„Die Stadt Göttingen ist enttäuscht über die für uns überraschende Absage des niedersächsischen Innenministerium“, heißt es von der Stadt. Verärgert sei man zudem über die Art und Weise wie dies geschah, da die Stadt bis heute keine offizielle Begründung für die Entscheidung erhalten habe. Ähnlich sieht es die Berufsfeuerwehr Göttingen. Der Leiter der Berufsfeuerwehr bezeichnete das Verhalten des Landes als „enttäuschend“ und „irritierend“, sich nur mit einem Telefonanruf aus bestehenden Verträgen zu verabschieden. „Das trifft uns hart“, sagte er. „Wir müssen schnell neu planen.“ Vorstellbar sei ein kleinerer Neubau oder der Anbau eines weiteren Geschosses. Die Vorschläge werden derzeit geprüft.

Verhaltenere Worte kommen vom Landkreis Göttingen. Mittwochnachmittag seien sie vom Polizeipräsidium per Fax über die Entscheidung unterrichtet worden. „Der nächste Schritt wird sein, gemeinsam mit der Stadt in die Planung für die Gestaltung der kommunalen Leitstelle einzusteigen. Die gute Kooperation mit der Polizeidirektion bleibt davon unberührt.“ sagte Landrat Bernhard Reuter (SPD) diplomatisch. Der Landkreis werde eine Einbeziehung des Landkreises Osterode ins Gespräch bringen. (ysr/tko/sas)

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