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57 Stunden Sperrung: Bilanz eines folgenschweren A7-Unfalls

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Von: Thomas Kopietz, Stefan Rampfel, Jessica Berger, Bernd Schlegel

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Göttingen. Nach dem Unfall am Freitag bei Göttingen und der Vollsperrung der A7 gab es am Sonntagnachmittag die ersehnte Nachricht: Die Autobahn war seit 16.15 Uhr wieder komplett frei.

Es war einer der größten und langwierigsten Feuerwehreinsätze der vergangenen Jahre. Mehr als zwei Tage lang dauerten dort die Aufräum- und Sanierungsarbeiten.

Seit Freitagmorgen war die A7 bei Göttingen in beide Richtungen komplett gesperrt. Nach dem schweren Unfall eines Gefahrguttransporters mussten 80 Fässer mit Rattengift und der Lkw selbst aufwendig geborgen werden. Danach musste die Fahrbahn auf 200 Metern repariert werden, weil das Feuer des brennenden Lkw und die teilweise ausgelaufenen Chemikalien die Oberfläche beschädigt hatten. Auch die Mittelschutzplanke, die der Lkw am Freitagmorgen durchbrochen hatte, wurde erneuert.

Nachdem ein Fahrstreifen Richtung Norden bereits am Sonntagmorgen freigegeben wurde, gaben Autobahnmeisterei und Polizei am Sonntag um 16.15 Uhr alle Fahrstreifen in beide Richtungen frei.

Die Umleitungsstrecken waren seit Freitagmorgen teils völlig überlastet. Dort beruhigte sich die Lage am späten Sonntagnachmittag allmählich.

Was war passiert?

Der Sattelzug hatte am Freitag aus noch unbekanntem Grund die Mittelleitplanke durchbrochen. Der Transporter geriet auf die Gegenfahrbahn, kippte um und fing Feuer. Ein 25-jähriger Fahrer aus dem Eichsfeldkreis, der mit seinem Auto in die Unfallstelle hineinfuhr, kam in den Trümmern ums Leben. Seine Beifahrerin erlitt schwere Verletzungen, der Lastwagenfahrer kam ebenfalls schwer verletzt ins Krankenhaus.

Die Bergung der teils beschädigten Fässer mit Schädlingsbekämpfungsmitteln, die der Lkw geladen hatte, erwies sich als schwierig und zeitaufwendig. Die Feuerwehrleute mussten mit speziellen Schutzanzügen arbeiten.

In der Nacht zu Sonntag wurde dann der Gefahrgut-Lkw geborgen. Erst dann konnten Fachleute die Fahrbahn auf Schäden überprüfen. Sie war durch Feuer und Chemikalien in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Experten entschieden, zunächst eine Spur Richtung Hannover freizugeben.

Tagelange Sperrung

Am Freitag war sogar die Rede davon, dass die Autobahn womöglich bis nach Weihnachten gesperrt sein könnte. Zum Start in die Weihnachtsferien staute sich der Verkehr auf der Umleitungsstrecke über die Autobahnabfahrt Göttingen-Nord und die A38 bei Friedland auf etlichen Kilometern. Fernreisenden empfahl die Polizei, den blockierten Autobahnabschnitt weiträumig zu umfahren.

Manche stellen inzwischen die Frage, ob solche Giftstoffe überhaupt auf die Autobahn gehören - und ob der Transport per Schiene nicht der bessere Weg sei.

Wie auch immer: Nach 57 Stunden Sperrung fließt der Verkehr wieder reibungslos. Weihnachten kann kommen.(jbg)

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