Vom 10. bis 19. Oktober in der Paulinerkirche

Wissenschaft für alle beim Literaturherbst

Fantastisches Foto-Ambiente: Im historischen Lesesaal der Alten Staats- und Universitätsbibliothek in der Paulinerkirche wurde das Programm für die Vortragsreihe Wissenschaft beim Göttinger Literaturherbst vorgestellt: von links Stephan Herminghaus, Stefan Lohr, Nils Brose, Johannes-Peter Herberhold und Gesa Husemann. Foto: Kopietz

Göttingen. Die Reihe „Wissenschaft“ im Reigen des Göttinger Literaturherbstes (10. bis 19. Oktober) ist fast zum Selbstläufer geworden. Die Lesungen kommen prima an. Das dürfte auch in diesem Jahr so sein, wie ein Blick in das Programm zeigt. Spitzenwissenschaftler präsentieren populäre Themen, maßgeschneidert für ein breites Publikum.

Acht feine Veranstaltungen mit hervorragenden Autoren sind in diesem Jahr aus einem intensiven Ideen- und Abstimmungsprozess entstanden. „Es sind nicht immer die neuesten Bücher, die bei uns von Wissenschaftlern vorgestellt werden, denn es geht ja auch darum, wissenschaftliche Themen hervorragen zu vermitteln“, sagt Stephan Herminghaus vom Göttinger Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation.

Sein Institut und zwei weitere MPI´s in der Uni-Stadt konzipieren das Programm in einem „offenen Prozess“, wo viele Ideen zusammentreffen und am Ende wenige starke übrigbleiben“, wie Nils Brose vom MPI für Experimentelle Medizin schildert. Moderiert werden die acht Veranstaltungen auch von Vertretern der MPI´s. Die Themen übrigens sind weit gefasst, reichen von philosophischen Fragestellungen bis zu wundervollen Phänomenen. Dazu passt schon der Auftakt am Freitag, 10. Oktober, mit dem Wissenschaftsjournalisten Olaf Fritsche: Mit „Glück gehabt! Zwölf Gründe, warum es uns überhaupt gibt“ geht Fritsche den Weg um die Ecke vom Urknall bis zum modernen Menschen. Er zeigt nämlich auf, woran die Entstehung des Menschen hätte scheitern können.

Service: 

Komplettes Programm, Infos, Karten: www.literaturherbst.com

Um die Kultur geht es in dem Vortrag von Melanie Wald-Fuhrmann: Sie beschäftigt sich am Samstag, 11. Oktober, mit dem kulturellen Selbstverständnis der Musik, aber auch mit den Bewertungen. Was macht ein Stück zum Klassiker, zum Meisterwerk? Wie entsteht so etwas? Fragen, die die Wald-Fuhrmann beantwortet. Mit Marcel Fratzschner kommt am Sonntag, 12. Oktober, ein Wirtschaftssystemkritiker in die Pauliner-Kirche: Seine Thesen werden dort für Diskussionen sorgen: „Deutschland ist in einer bedenklichen Lage und die Wirtschaft zehrt zu sehr und zu lange von der Substanz.“ Fratzschner sagt auch: „Die Wirtschaft wird überschätzt.“

Noch existenzieller wird es mit Ortwin Renn (Donnerstag, 16. Oktober), der über das spricht, was die Menschheit wirklich bedroht und bedrohen wird. Heinrich Hemme untersucht populäre Ratereien: „101 mathematische Rätsel aus vier Jahrtausenden und fünf Kontinenten“ wird Rate-Freaks sicher anlocken (Freitag, 17. Oktober). Zum Schluss (Sonntag, 19. Oktober) wird es preisträchtig: Der erstmalig vergebenen Preis geht an David MacKay. Er hat ein – kostenlos im Internet herunterladbares – Werk geschrieben, das Wege aufzeigt, wie wir uns von der Abhängigkeit von fossilen Energien lösen können. „Sustainable Energy – Without the Hot Air“. (tko)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.