Göttinger Wissenschaftlern gelingt Therapiefortschritt

Göttinger Forscher: Chemische Substanz kann Parkinson verzögern

Göttingen. Wissenschaftlerteams um Christian Griesinger vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen und Armin Giese von der Universität München haben eine chemische Substanz entwickelt, die die Parkinson-Erkrankung in Tests an Mäusen verzögern kann.

"Die Ergebnisse sind sehr vielversprechend. Wir hoffen, dass es auf diesem Weg möglich wird, Parkinson ursächlich zu behandeln und so die Krankheit zu stoppen“, sagt Armin Giese.

Die Parkinson-Krankheit beginnt schleichend. Dem amerikanischen Filmstar Michael J. Fox zuckte plötzlich bei Dreharbeiten der kleine Finger der linken Hand. Er überspielte es jahrelang erfolgreich. Typischerweise breitet sich das Zittern weiter aus, Muskeln werden steif, die Bewegungen verlangsamen sich. Mehr als drei Millionen Menschen sind weltweit davon betroffen, über 200.000 allein in Deutschland, so die Schätzung der Deutschen Parkinson

Michael J. Fox

Vereinigung.

In den meisten Fällen tritt Parkinson bei Menschen zwischen 50 und 60 Jahren erstmals auf. Bestimmte Nervenzellen gehen zugrunde. Unter dem Mikroskop werden auffällige Ablagerungen verklumpter Eiweiße im Gehirn sichtbar. Werden beim Menschen die ersten Symptome sichtbar, sind fatalerweise zumeist bereits mehr als die Hälfte der krankheitsrelevanten Nervenzellen abgestorben. Wissenschaftler forschen daher an besseren Methoden zur Früherkennung. Medikamentös können die Ursachen von Parkinson bisher nicht behandelt werden.

Die Wissenschaftler haben jetzt einen Wirkstoff entwickelt, der in Tests an Mäusen das Fortschreiten der Eiweißablagerungen und der Nervenzellschädigung in bisher nicht erreichtem Ausmaß verzögert und die krankheitsfreie Phase verlängert. (bsc)

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