Notizen aus der Landeshauptstadt

Die Woche im Landtag: vor Kraft strotzende, aber leichtfertige Oppositionelle

Korrespondent in Hannover: Peter Mlodoch  

Hannover. Letzte Woche im bestehenden niedersächsischen Landtag: Abschiedsstimmung klang deshalb desöfteren durch. Unser Korrespondent Peter Mlodoch hat zugehört.

Busemanns Schlusswort

In seinem Schlusswort der Legislaturperiode konnte Landtagspräsident Bernd Busemann (CDU) eine frohe Botschaft verkünden und damit gleich zwei Vorurteile ausräumen. Erstens: Beengte Verhältnisse führen keineswegs zu größeren Aggressionen. Zweitens: Der Ton im Hohen Haus ist allen heftigen Debatten zum Trotz nicht sonderlich ruppig gewesen. Lediglich 43 Ordnungsrufe gab es in den vergangenen viereinhalb Jahren. Zwischen 2008 und 2013 hagelte dagegen 112 Rügen, in der Wahlperiode davor 97. Der umbaubedingte, dreijährige Umzug in das kleine Landtagsprovisorium hat den Abgeordneten also offenbar ganz gut getan. Wenn es künftig im deutlich aufgepeppten Plenarsaal allzu laut werden sollte, könnte der neue (und alte?) Präsident ja mit Besinnungsstunden in der Behelfsunterkunft drohen.

Abwesende Abgeordnete

Nach dem Übertritt der Grünen-Abgeordneten Elke Twesten zur CDU konnte die bisherige schwarz-gelbe Opposition manchmal vor Kraft nicht mehr gehen. Genussvoll spielte vor allem die Union angesichts der umgekehrten Machtverhältnisse mit ihren Muskeln. Dumm nur, dass zu viel Aufputschmittel auch träge und leichtsinnig machen können. Im Zuge der Novelle des Besoldungsgesetzes wollten Union und FDP eigentlich die von Rot-Grün vorgesehene Streichung eines hohen Postens in der sich auflösenden Oberfinanzdirektion blockieren. Aber bei der Abstimmung fehlten dann etliche CDU-Abgeordnete. SPD und Grüne setzten sich durch und feierten ihren unerwarteten Sieg mit ganz viel Hohn und Spott.

Lehrstunde zum Abschied

Es ging um „Störer-Schweine“, „Speicher-Professoren“ und „Leasing-Stuten“. Zu ihrem Abschied aus dem Landtag erteilte die Grünen-Abgeordnete Filiz Polat ihren Kollegen noch eine launige Lehrstunde.

Die Bundestagskandidatin lieferte eine Reihe von schrägen Wörtern, die sie im Laufe ihrer 13-jährigen Parlamentskarriere aufgeschnappt hatte.

Bei dem ersten Begriff handelt es sich allerdings nicht etwa um einen internen Fachbegriff für eifrige Zwischenrufer, sondern um Tiere, die in engen Ställen ihre Artgenossen traktieren.

Das zweite Beispiel ist kein Druckfehler, sondern beschreibt Wissenschaftler für Batterietechniken. Bei Wort Nummer drei geht es um weibliche Pferde, die zum Austragen von Fohlen gemietet werden können. Da die Liste noch sehr viel länger ist, denkt Polat jetzt über ein Speziallexikon nach.

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