"Wohngipfel" in Duderstadt

Gegen die Wohnungsnot und werben für das Wohnen auf dem Dorf

Bernhard Reuter (SPD)Göttinger Landrat

Duderstadt/Göttingen - Bürgermeister und Landrat trafen sich in Duderstadt zum Wohngipfel - alle wollen den Wohnungsmarkt attraktiver machen.

Günstige und gute Mietwohnungen zu finden – das wird in den Städten im Landkreis Göttingen häufig zum Geduldsspiel. Um dem zu begegnen, soll der ländliche Wohnungsmarkt attraktiver werden. Landrat Bernhard Reuter (SPD), die Bürgermeister sowie Experten für den Wohnungsmarkt unterzeichneten beim „Wohngipfel“ in Duderstadt eine gemeinsame Erklärung, um die Situation langfristig zu verbessern.

Sozialer Wohnungsbau

Kernpunkt ist der soziale Wohnungsbau (auch im Bestand) außerhalb der Zentren. Grundsätzlich können Projekte dieser Art auch in den ländlichen Bereichen gefördert werden. Wie notwendig der Neubau von Sozialwohnungen ist, zeigt ein Blick auf folgende Entwicklung: Im Landkreis Göttingen sank die Zahl der mietpreisgebundenen Wohnungen von 2019 auf 2020 von 715 auf 544. Gefragt am Markt sind insbesondere bezahlbare, kleine und barrierefreie Wohnungen. In einigen Teilregionen besteht aber auch ein Mangel an großen Wohnungen für Familien mit mehreren Kindern.

Mehr Kita-Plätze

Damit der soziale Wohnungsbau aber zum Erfolg wird, sind noch andere Faktoren wichtig: Dazu gehören insbesondere die Rahmenbedingungen. So gibt es in einigen Gemeinden zu wenig Plätze in Kindertagesstätten, was bei Familien für Schwierigkeiten bei der Kinderbetreuung sorgt. Deshalb sollen mehr Plätze geschaffen werden.

Problem Mobilität

Weiteres Problem ist die Mobilität: Was nützt eine barrierefreie Wohnung auf dem Land, wenn man nicht wegkommt? Diese provokative Frage kam beim Wohngipfel aus den Reihen der Behindertenverbände. Sie fordern eigene Lösungen und Angebote wie Fahrdienste. Besonderen Förderbedarf haben zudem Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen.

Mehr "Landlust"

Ziel der Initiative soll es sein, die Landlust in Südniedersachsen zu steigern. Dafür soll eine Marketingstrategie samt Kampagnen entwickelt werden, mit der die Vorteile des „Wohnens im Ländlichen“ beworben wird. Auch ist vorgesehen, die Beratungen für Besitzer von Fachwerkhäusern und potenzielle Käufer dieser Gebäude auszubauen. Archivfoto: Swen Pförtner/nh

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