Studentenwerk verteidigt Rauchmelder-Installation durch Fachfirma

Ärger über Rauchmelder: Wohnrauminitiative regt sich über 35 Cent mehr im Monat auf

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Sicherheit durch Rauchmelder: Monteur Philipp Cappellin installiert einen Rauchmelder im Studentenwohnheimen am Albrecht-Thaer-Weg. Bewohner Christian Parchem schaut zu.

Göttingen. Das Studentenwerk Göttingen stattet alle seine Wohnheimplätze mit Rauchmeldern aus. Für das Studentenwerk ist es die Umsetzung gesetzlicher Vorgaben, für die Wohnrauminitiative Göttingen eine inakzeptable Mieterhöhung. Es geht um 35 Cent je Rauchmelder und Monat.

Die Initiative stößt sich daran, dass eine externe Firma die „preisintensiven Rauchmelder“ installieren und warten soll. Im Gegenzug müssten in Wohnheimen, deren Bewohner selber Rauchmelder gekauft und installiert hätten, die Warngeräte jetzt demontiert und verschrottet werden. Das komme nicht in Frage: „Diese Mieterhöhung durch die Hintertür werden wir nicht mitmachen. Unsere Wohnheime bleiben bezahlbar!“

Sicherheit durch Rauchmelder: Monteur Philipp Cappellin installiert einen Rauchmelder im Studentenwohnheimen am Albrecht-Thaer-Weg. Bewohner Christian Parchem schaut zu.

Das sollen sie auch, betont der Geschäftsführer des Studentenwerks, Dr. Jörg Magull, und versichert: „Wir suchen weiter das Gespräch mit den Betroffenen.“ Er verweist allerdings darauf, dass die niedersächsische Bauordnung eindeutig vorschreibe, dass der Eigentümer Wohnungen mit Rauchmeldern auszustatten habe. Es gebe keine Möglichkeit, Installation und Wartung den Mietern zu übertragen. Dies sei inzwischen höchstrichterlich entschieden. Bei Nichtbeachtung könne das Studentenwerk im Schadensfall auch Probleme mit der Versicherung bekommen.

So bleibt es dabei, dass das Studentenwerk bis Jahresende alle 4400 Wohnheimplätze mit insgesamt 7500 Rauchmeldern ausstatten lässt. Die Warngeräte müssen in Wohn- und Schlafräumen sowie in Gemeinschaftsräumen und Fluren installiert werden. Die Installationsfirma übernimmt nicht nur die vorgeschriebene Wartung, sondern sorgt zusammen mit dem Studentenwerk auch dafür, dass jeder Mieter ein Faltblatt erhält, das ihn über die Funktionsweise der Geräte informiert.

Für die Anschaffung eines Rauchmelders mit Zehn-Jahres-Batterie zahlt das Studentenwerk nach Magulls Angaben 26 Euro, also 2,60 Euro pro Jahr. Dazu kommen jährlich 1,60 Euro für die Wartung. Das sind zusammen 4,20 Euro jährlich und somit 35 Cent monatlich pro Rauchmelder, die in die Betriebskosten einfließen. Eine Mieterhöhung sei nicht vorgesehen, versichert der Geschäftsführer.

Und er verweist darauf, dass nicht nur das Studentenwerk eine Fachfirma für Installation und Wartung der Rauchmelder beauftragt: „Die Stadt Göttingen und alle Wohnungsgenossenschaften machen es genau so.“

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