Wirtschaftsempfang: Wohnungsbau wichtigste Aufgabe in Göttingen

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Wirtschaftsempfang der Stadt in der Lokhalle: Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler zog eine starke wirtschaftliche Bilanz der Stadt, nannte aber auch die vordringlichen, problematischen Aufgaben wie Flüchtlingsbetreuung und Wohnungsbau.

Göttingen. Mehr als 500 Gäste kamen zum Wirtschaftsempfang der Stadt Göttingen am Donnerstagabend in die Lokhalle.

Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler sprach über die Beziehung von Wirtschaft, Wissenschaft und Gemeinden zur Stadt.

Der Veranstaltungsort

Die Lokhalle war der Rahmen. Der eindrucksvoll illuminierte Weg über den roten Teppich führte diesmal unter den Stahlrohrtribünen hindurch –durch die Katakomben auf den Platz – am Vorabend hatte hier die BG gespielt. Apropos Location: Den ersten Applaus gab es für die Halle und das GWG-Team: Die Halle hat kürzlich eine Auszeichnung zur besten Location Industriedenkmale erhalten.

Reggae trifft Stadt

Gelockert gingen alle Gäste nach der knapp einstündigen Rede des Oberbürgermeisters in die Lounge zu Imbiss und Getränk. Grund: Statt tragender, gab es lockernde Musik, Reggae aus Jamaica mit den sympathischen Jungs der Band Hippocrits. Großartig.

Wirtschaftsförderung

Die Stadt Göttingen wird am Januar eine neue Servicestelle, die direkt dem Bürgermeister unterstellt ist, einrichten. Ziel ist die Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft stärker zusammenzubringen und zu unterstützen– in Ergänzung zur Wirtschaftsförderung der Stadt (GWG). Erster Schritt: Die Stadt startet eine Unternehmensbefragung, um herauszufiltern, was die Unternehmen an Standortbedingungen und Serviceleistungen wünschen und benötigen. Das hörten die Gäste aus der Wirtschaft gerne. Nun müssen sie nur noch mithelfen und die Fragen beantworten. Köhler machte positiven Druck: „Möglichst alle angeschriebenen Unternehmen sollten mitmachen – die Teilnahme ist selbstverständlich freiwillig.“

Steuern und Investitionen

Noch eine gute Nachricht: Die Stadt will bei der Grund- und Gewerbesteuer nicht stärker zulangen. „Unsere Hebesätze bleiben für Sie eine verlässliche Plangröße und sollen nicht zu zusätzlichen Belastungen führen.“ Im Gegenzug wird die Stadt 2016 mehr als 27 Millionen Euro investieren. Mit den Investitionen der städtischen Betriebe und Gesellschaften sind es fast 80 Millionen Euro. Geld, dass in die Wirtschaft der Stadt und Region fließt, wie Köhler betonte. Die Unternehmer hörten es gerne.

Aufgabe Wohnungsbau

Köhler kommt aus dem Wohnungsbau und hat das Thema zur Chefsache gemacht, denn es fehlen tausende Wohnungen. Am Donnerstag lehnte er sich aus dem Fenster, nannte als Notwendigkeit den Bau von „mindestens 2000 oder möglichst 3500 weiteren zu bauenden Wohnungen“. Investitionsvolumen: 300 bis 600 Millionen Euro. „Man muss sich und anderen solche Größenordnungen klar machen, um im ehrlichen Umgang mit der Öffentlichkeit übe Prioritäten und Ziele zu sprechen.“

Mega-Thema Flüchtlinge

Der Oberbürgermeister zollte allen ehrenamtlichen Helfern und den Mitabeitern in Verwaltungen ein großes Lob für ihr Engagement, das sicher auch an Grenzen stoßen werde, wie Köhler sagte. Auch Initiativen von Unternehmen wie Sartorius, Flüchtlinge zu fördern, seien zahlreich vorhanden. Noch aber seien die bürokratischen Barrieren zu hoch. Köhler sieht darin „enorme Motivationsbremsen“ für Flüchtlinge und Betriebe. „Da müssen wir ran! Zuständigkeiten klar regeln, den verwaltungstechnischen Aufwand für kleine und mittlere Betriebe minimieren.“ auch das hörten viele gerne.

Wirtschaftsempfang in der Göttinger Lokhalle

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