Wohnungsgenossenschaft baut für 15 Millionen in Weende an der B27

Lockere Blockbebauung: Der geplante Neubau der Wohnungsgenossenschaft Göttingen „An der Lutter“ in Weende, der eine Garagenfront ersetzen wird. Der Entwurf stammt von Gerber Architekten aus Dortmund. Grafik: Gerber-Architekten

Göttingen. Kaum eine Speerwurf-Distanz entfernt vom Neubau des Studenten-Appartement-Gebäudes mit 96 Plätzen in der Theodor-Heuss-Straße, einem Pilot-Kooperationsprojekt von Städtischer Wohnungsbau GmbH und Studentenwerk, wird bald auch „An der Lutter“ ein weiteres großes Wohnungsprojekt entstehen: Die Göttinger Wohnungsgenossenschaft eG baut dort ebenfalls vorwiegend für Studierende.

Das Projekt wird 15 Millionen Euro kosten, Baubeginn wird im Frühjahr 2016 sein.

Dabei werden aber nicht wie in der Theodor-Heuss-Straße Alt- durch Neubauten ersetzt, sondern an der viel befahrenen B 27 wird eine Garagenfront weichen.

Das Projekt ist ambitioniert, von der Größe, vor allem aber planerisch und bautechnisch eine Herausforderung, wie Carlo Scherrer, Vorstand der Göttinger Wohnungsbau sagt. Auf dem knapp fußballfeldgroßen schmalen Geländestreifen sollen zwischen B 27 und Rudolf-Stich-Weg bis zu 178 Appartements mit 26 Quadratmeter Wohnfläche entstehen. Dazu kommen Service-Räume, Fahrrad- und Auto-Stellplätze.

Auch für die Nachbarschaft soll der Bau Vorteile bringen: Die schallabsorbierende Fassade zur B 27 hin soll die Lautstärke des Verkehrs in den anliegenden Straße, auch jenseits der B 27 senken. Die Häuser wirken auch als Schallschlucker. Der Lärm wird nicht in den nördlichen Bereich reflektiert. Dafür sorgt ein schallabsorbierendes Fassadensystem, das gleichzeitig dem Wärmeschutz dient, wie Carlo Scherrer erklärt.

An der Lutter: Die flache Garagenreihe wird abgerissen, hier baut die Wohnungsgenossenschaft neu. Darüber ist das Einkaufszentrum auch mit Tegut- und DM-Markt zu sehen. Foto: Rampfel

Der Plan sieht drei viergeschossige Hof- und ein sechsgeschossiges Kopfgebäude vor. Das Kopfgebäude an der Kreuzung ist der zentrale Eingang. Das Ende des Komplexes an der Westseite passt sich der Nachbarschaft baulich an. Energetisch entsprechen die Gebäude den hohen Vorgaben der Einergieeinsparungsverordnung (ENEV). Die Wärme wird aus drei Quellen bezogen: Gas-Brennwert-Heizung, Solarthermie und Wärmerückgewinnung über die notwendige Belüftungsanlage.

Ruhiger geworden ist es in der Nachbarschaft und dem Ortsrat, wo es zunächst kritische Äußerungen gegenüber dem Projekt gab. „Es herrscht Einvernehmen. Wir haben uns ausgetauscht und auch die Wünsche wie das Bauen in Kleinteiligkeit in die Planung aufgenommen“, sagt Scherrer.

Die Wohnungsgenossenschaft geht auch neue Wege, was die Planung angeht, ein Architektenwettbewerb brachte einen starken Rücklauf: 169 Architekten, darunter fünf aus Göttingen, hatten ihre Entwürfe eingereicht. 14 waren in die engere Wahl gekommen. Schließlich gewann das Büro Gerber Architekten GmbH aus Dortmund. Ganz unbekannt ist das Büro in Göttingen nicht: Prof. Eckhard Gerber hat den spektakulären Bau der neuen Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek geplant.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.wg-goe.de

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