Studie 

Wohnungsnot in Göttingen: Akteure sollen 5000 neue Wohnungen bauen

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Projekt: Die Wohnungsnot in Göttingen, Newcastle und Arnheim untersuchten angehende Verwaltungsfachangestellte in ihrem ersten Ausbildungsjahr und stellten Lösungsansätze vor. 

Göttingen. Die Akteure im Göttinger Wohnungsbau sollen sich noch in diesem Jahr selbst verpflichten, bis zum Jahr 2030 den Neubau von 5000 Wohneinheiten zu verwirklichen.

Dabei sollen 30 Prozent der Wohnungen eine Sozialbindung erhalten, so die Zielvorgabe. „Das reicht gerade, um den status quo zu sichern“, erklärte Göttingens Sozialdezernentin Petra Broistedt anlässlich der Vorstellung einer Studie zur Wohnungsnot in Göttingen, dem englischen Newcastle und dem holländischen Arnheim im Neuen Rathaus.

Die Studie haben 38 angehende Verwaltungsfachangestellte aus der Region erstellt, die im vergangenen Sommer ihre Ausbildung begonnen haben. Das Projekt entwickelten sie während ihres Unterrichts an den Berufsbildenden Schulen I Arnoldi-Schule in Göttingen, erklärte der koordinierende Lehrer der BBS I, Ingo Windhorst.

Die Auszubildenden im Alter zwischen 16 bis 35 Jahren, darunter drei Mütter, wählten die drei Städte wegen ihrer Vergleichbarkeit aus. Alle drei sind Universitätsstädte mit Bedarf nach preiswertem Wohnraum für Studenten und Familien, die nur über vergleichsweise wenig Geld zur Verfügung haben.

Lösungsansätze sehen die Nachwuchskräfte unter anderem im Neubau von Geschosswohnungen und der Verdichtung der Städte, wie in Göttingen favorisiert, Aufstockung, Anbau und Umnutzung von Bestandsimmobilien und in der Suburbanisierung, also im Bau von Wohneinheiten im Umland, um die Kernstädte zu entlasten.

Für ihre Studie interviewten die Auszubildenden Wohnungsbau- und Stadtplanungsexperten in Göttingen und Newcastle und befragten Einwohner in allen drei Städte nach einem zuvor selbst entwickelten Fragebogen. Außerdem recherchierten sie im Internet. Interessant, dass knapp über 50 Prozent der Befragten in Göttingen in den ländlichen Raum ziehen würden, wenn die Versorgung des täglichen Bedarfs gesichert wäre. Jeweils knapp 40 Prozent würden das von schnellem Internet und einer guten Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) abhängig machen. Nur knapp 20 Prozent lehnten einen Umzug ins Umland ab.

Bei 108 befragten Bürgern in Göttingen erheben die Ergebnisse allerdings keinen Anspruch darauf, repräsentativ zu sein.

Die Lösungsansätze in den beiden anderen Städten sind vergleichbar, aber mit unterschiedlichen Gewichtungen, das Fahrrad als Transportmittel spielt beispielsweise in Newcastle kaum eine Rolle. Allen gemeinsam ist der Bedarf an Wohnungen mit vier und mehr Zimmern.

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